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Verdächtiger nun vor Gericht

Münchner Mord 31 Jahre nach der Tat aufgeklärt - jetzt startet der Prozess

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Zeitungsbilder von 1986: Bestatter (l.) tragen den Leichnam von Franz S. (r.) aus dem Haus an der Auerfeldstraße.

Drei Jahrzehnte lang lebte ein mutmaßlicher Mörder unbehelligt unter uns. Nur ein Zufall bringt die Polizei auf seine Spur. Nun steht er vor Gericht und muss sich für die Tat verantworten.

München - Mord verjährt nie. Deshalb wird Bozidar S. (56) ab Mittwoch der Prozess gemacht. Er soll am 16. Januar 1986 einen Mann in der Au erschlagen haben. 30 Jahre lang konnte die Polizei den Fall nicht aufklären. Bis ein Zufall S. überführte.

Im Rahmen einer ausländerrechtlichen Überprüfung kontrollierten die Behörden in Österreich seine DNA - und trauten ihren Augen kaum: Der Polizeicomputer zeigte eine Übereinstimmung mit dem Münchner Fall, der schon so lang als ungeklärt bei den Akten lag. Am 31. Oktober 2016 klickten in Wien die Handschellen. Dort hatte der mutmaßliche Mörder nach der Tat jahrelang unbehelligt gelebt.

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Sieben Verhandlungstage am Landgericht

Kommt nun, drei Jahrzehnte nach der Bluttat, doch noch die Wahrheit ans Licht? Insgesamt sieben Verhandlungstage wird der Prozess am Landgericht dauern. Auch die Angehörigen von Franz S., dem früheren Opfer, werden ihn gespannt verfolgen.

Damals bereits 80 Jahre alt, hatte Franz S. sich am Hauptbahnhof aufgehalten, um sich nach einem Sexualpartner umzuschauen, den er für Liebesdienste bezahlen wollte. Bozidar S. war jung und schlank - er entsprach genau der Vorstellung des Rentners. S. lud den Callboy zu sich nach Hause ein. In seiner Wohnung an der Auerfeldstraße wollte er ihn verköstigen und sich befriedigen lassen. Seinen beiden Mitbewohnern stellte der Rentner die neue Bekanntschaft noch vor, sie verließen am Abend aber die Wohnung. Danach sollte es zum verabredeten Sex kommen.

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Franz S. erstickte an seinem Blut

Doch Bozidar S. wollte nur sein Geld. Mit einem Aschenbecher und einer Parfumflasche soll er im Bett auf Franz S. eingeschlagen haben. Tatmotiv: Habgier. Laut Staatsanwaltschaft ließ der Callboy sein Opfer blutüberströmt liegen, riss das Telefonkabel heraus, damit Franz S. keine Hilfe rufen konnte, und durchwühlte die Wohnung nach Wertgegenständen. 

Gegen 1.45 Uhr erstickte der Rentner in jener Nacht an seinem Blut. Die Polizei fand ihn später mit eingeschlagenem Schädel halbnackt im Bett. Heimtückisch soll Bozidar S. ihn ermordet haben.

An diesem Mittwoch muss sich der mittlerweile 56-jährige Bozidar S. vor Gericht verantworten – 31 Jahre nach der mutmaßlichen Tat, für die ihm lebenslange Haft droht. Denn Mord verjährt nie.

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Andreas Thieme

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