Schockierender Vorfall

Vor den Augen der Kinder: Prügel-Attacke auf Grundschul-Lehrerin

Es sollte ein schöner Schulausflug werden und endete auf der Polizeistation. In Zweierreihen gingen rund 85 Erstklässler mit ihren Lehrerinnen auf einem Gehweg nahe der Museumsinsel als ein aggressiver Jogger erst auf die Kleinen und dann auf die Lehrerin los ging.

Die Kinder waren auch noch lang danach verstört: Vor den Augen von 85 Erstklässlern hat ein höchst aggressiver Jogger auf einem Gehweg nahe der Museumsinsel zuerst zwei Schüler wüst aus dem Weg gestoßen und dann ihre Lehrerin mit dem Ellbogen so verletzt, dass diese zusammensackte. Der Täter floh!

Es war Montagvormittag, die Kinder einer Grundschule in Giesing hatten gerade einen Ausflug ins Deutsche Museum hinter sich. Um halb zwölf Uhr sind die vier Klassen mit vier Lehrerinnen auf dem Rückweg zur Schule. Brav in Zweierreihen marschieren die Kleinen auf dem Fußweg entlang der Isar an der Zeppelinstraße.

Lehrerin Ulrike H. (52, Name von der Red. geändert) ist in der Mitte der Schlange, als ihnen der Jogger entgegenläuft. Extrem aggressiv brüllt er schon von weitem: „Weg da!“ Ulrike H. zur tz: „Ich hab das nicht verstanden, da wär genug Platz für ihn gewesen.“ Der Mann schubst zwei Buben harsch zur Seite. Dann greift er H. an: Mit voller Wucht rammt er ihr den Ellbogen in die Brust. „Mir ist die Luft weggeblieben, es hat irrsinnig weh getan.“

Das kümmert den Jogger nicht – im Gegenteil: „Er hat ,Leck mich‘ geschrien.“ Geistesgegenwärtig versucht Ulrike H. noch, ein Handyfoto zu machen, aber er ist ins „Kreuzplätzchen“ eingebogen und verschwunden.

Gekrümmt vor Schmerz ruft die Lehrerin die 110 an. Doch die Polizei sagt ihr, es sei kein Streifenwagen frei. Doch was soll die Lehrerin inmitten der Kinderschar tun? „Wir haben die Kinder zurückgebracht. Nach Schulsschluss bin ich zum Arzt.“ Diagnose: eine massive Brustbeinprellung, die auf die Bronchien drückt. Mit dem Attest geht Ulrike H. zur Polizei und erstattet Anzeige gegen Unbekannt.

Der Elternbeirat ist schockiert: „Wir fragen uns, was ist das für ein Zeichen, wenn Schüler ihre verletzte Lehrerin sehen, die sich Hilfe der Polizei erhofft – diese aber nicht kommt?“

Laut Polizei habe Ulrike H. bei ihrem Notruf die große Zahl der anwesenden Kinder und die Tatsache, dass zwei Kinder angegriffen worden waren, nicht angesprochen. Alle Streifen seien im Einsatz gewesen, H. habe verneint, einen Notarzt zu brauchen. Die Kripo ermittle nun in dem Fall.

Täterbeschreibung

Wer kann helfen, den Täter vom Montag, 13. November, zu finden? Lehrerin Ulrike H. beschreibt ihn als ungefähr 50 bis 60 Jahre alt, mindestens 1,80 groß. Er wirkte wie ein Profi-Marathonläufer, war extrem dünn, auch im Gesicht. Auffällig: Er trug ein Trainingsoutfit (blaues Trikot) und eine ­Mütze in Stahlblau. Der Mann hatte ­schmale Lippen und sprach Hochdeutsch ohne Akzent. Hinweise an die Polizei unter 089/29100.

Wie brutal manche Jogger sich den Weg frei machen, zeigt auch dieses Beispiel aus London. Hier schubste ein Jogger eine Passantin auf eine starkbefahrene Straße und rannte dann seelenruhig weiter. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Meine Au“.

Rubriklistenbild: © Markus Schlaf

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