Haidhauser feiern

Behutsame Sanierung: Der lange Weg zum neuen Wiener Platz

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Ein Schmuckstück, das erhalten bleibt: der Wiener Platz im Herzen Haidhausens. 

Die Haidhauser konnten sich für diesen gewonnenen Kampf feiern. Es soll noch mindestens zwei Jahre lang dauern, bis die Erneuerung des Marktes in Haidhausen beginnen wird.

München - Schon 2015 wollte die Stadt die Markt-Standl am Wiener Platz durch drei große Pavillons ersetzen, was den Bürgern nicht gefiel. Sie protestierten. Mit Erfolg. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) versprach ein halbes Jahr später eine behutsame Sanierung. Wie behutsam die abläuft, zeigt sich nun auch im Ablaufplan. „In den nächsten zwei Jahren wird dort aber sicher nicht gebaut“, erklärte Christian Schilling von den Markthallen München nun bei der Bezirksausschuss-Sitzung (BA) Au-Haidhausen.

Lesen Sie dazu: Wie der neue Wiener Platz aussehen könnte

Wenn der Stadtrat den Entwürfen am 12. April zustimmt, können die ersten konkreten Planungen beginnen. Es seien „sehr intensive Vorplanungen“ und Abstimmungen mit dem Baureferat nötig, so Schilling. Da die Standl teilweise denkmalgeschützt sind, muss die Denkmalschutzbehörde alle Maßnahmen genehmigen.

Die Stadt müsse sämtliche Standl sanieren, da deren Zustand durchweg schlecht sei, erklärte Schilling: Undichte Wände, fehlende Toiletten für Händler und Kunden, massiver Platzmangel in den Ständen hat Auswirkungen auf die Hygienesituation. Nach der Sanierung sollen die Händler genügend Platz haben, und zwei Toiletten sollen am Platz aufgebaut werden, verspricht der Plan. Das Müllproblem vor Ort ist aber nicht wirklich gelöst. Es sei schlicht zu wenig Platz vorhanden, sagte Schilling. Stattdessen sollen die vorhandenen Müllbehälter häufiger geleert werden.

Ganze zwei Jahre soll der Bau dann nach der Planung noch dauern. In Etappen sollen maximal zwei Standl gleichzeitig ausgeräumt und dann saniert werden. Die Händler ziehen dafür in Module, die am Rand des Wiener Platzes aufgebaut werden. Schilling gab zu: „Das ist relativ teuer, weil wir fertig ausgebaute Stände verwenden.“

Generell wird der Markt für die Stadt ein Zuschussgeschäft. „Der Markt ist ein Luxus für die Bürger, den sich die Stadt leistet“, stellte Schilling klar. Der Markt werde nur rund ein Drittel seiner Kosten wieder einspielen. Trotzdem sollen die Mieten für die Händler nicht erhöht werden. Eine Erhöhung „wäre von den Händlern auch gar nicht leistbar“, betonte Schilling. „Jeder private Vermieter hätte allen gekündigt und dann saniert.“

Die Politiker im BA sind mit den Entwicklungen zufrieden. Lena Sterzer (SPD) findet es bemerkenswert, „wie vorsichtig die Sanierung vorgenommen wird“. Damit löse die Stadt das Versprechen ein, das sie den Bürgern gegeben habe. 

Tarek Barkouni

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