Eltern kündigen Großdemo an

„Wir haben Angst um unsere Kinder“: Anwohner fordern Ampel

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Der Schock sitzt tief: Unfallopfer Paul (8) und seine Mama Amelie Keller auf dem Zebrastreifen in der Welfenstraße.

Nach einem Unfall mit einem Mercedes und einem Kind fordern die Anwohner die Stadt auf, endlich für mehr Sicherheit zu sorgen.

München - Paul (8) hat einen dicken Verband am Fuß. Aber noch schlimmer als die Schmerzen ist der Schock, der ganz tief sitzt: Der Drittklässler wurde am Dienstag in der Welfenstraße von einem Mercedes angefahren, als er gerade mit seinem Radl über den Zebrastreifen fuhr. Ein Unfall, der vermieden hätte werden können: Seit Jahren fordern die Anwohner hier eine Ampel, damit die Kinder die Straße sicher überqueren können.

„Wir haben Angst um unsere Kinder“, sagt Elke Lütke-Entrup vom Verwaltungsbeirat der Welfenhöfe, selbst Anwohnerin und Mutter von drei kleinen Kindern. „Der Unfall hat wieder gezeigt, wie gefährlich die Welfenstraße ist!“ Auf der einen Straßenseite liegen zwei Kinderkrippen, zwei Kindergärten und ein Hort, auf der anderen Seite die Grund- und Mittelschule Weilerstraße und das Maria-Theresia-Gymnasium.

Durch die Straße donnern Busse und Autos

„Alle Schulkinder müssen die Welfenstraße an dieser Stelle mehrmals täglich überqueren“, sagt Lütke-Entrup. Zwar gibt es hier einen Zebrastreifen. Doch das sei nicht genug: Durch die Straße donnern Busse und Autos, dazu kommt der Verkehr der nahegelegenen Baustellen. An Tempo 50 halten sich viele nicht – und selbst dann werden gerade Kinder leicht übersehen.

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So offenbar auch im Fall von Paul Keller. Der Achtjährige war am Dienstag gegen 16.45 Uhr auf dem Weg vom Hort nach Hause, als ihn auf dem Zebrastreifen ein Autofahrer anfuhr. Mit Prellungen kam er in die Haunersche Kinderklinik, wurde gestern auf Krücken entlassen. „Er hat viel geweint und kaum geschlafen“, berichtet seine Mama Amelie Paul (40). Zum Glück wurde er nicht allzu schwer verletzt – nicht auszudenken, wie der Unfall hätte ausgehen können. Elke Lütke-Entrup: „Was muss denn noch geschehen, bis die die Stadt aktiv wird?“

Erfolglose Bemühungen der Eltern

Mehrfach haben die Elternbeiräte der umliegenden Kitas und der Verwaltungsbeirat der Löwenhöfe in den letzten Jahren auf die Gefahrenstelle aufmerksam gemacht. Bislang erfolglos. Und nun befürchten die Anwohner, dass das Problem mit der Fertigstellung des Teilareals Welfenstraße des alten Paulaner-Lagers sogar noch schlimmer wird: „Wenn die neuen Anwohner eingezogen sind, nimmt der Verkehr noch mehr zu“, sagt Lütke-Entrup.

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Am Abend war der Fall auch Thema beim Bezirkausschuss Au-Haidhausen, der Tempo 30 in der Welfenstraße fordert. Das Kreisverwaltungsreferat will zunächst den abschließenden Unfallbericht abwarten. „Dann werden die genauen Unfallursachen und das weitere Vorgehen geprüft“, sagt Sprecher Johannes Mayer. Die Eltern kündigen eine Großdemo an, sollte die Stadt nichts tun.

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Christina Meyer

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