Haidhauser Fragen bleiben offen

Zweite Stammstrecke: Wohl keine Bürgerversammlung vor Baustart

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Überfüllt war der Saal des Hofbräukellers bei der Haidhauser Bürgerversammlung im Februar. Hunderte standen vor der Tür und kamen nicht hinein, weshalb die Versammlung aufgelöst wurde.

Der Andrang war so groß, dass die Haidhauser Bürgerversammlung zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke im Februar abgesagt werden musste. Einen zweiten Anlauf wird es wohl vor Baubeginn nicht geben.

München - 471 Menschen ergatterten Ende Februar einen Platz im Hofbräukeller am Wiener Platz. Der Anlass: Die Bürgerversammlung zur zweiten Stammstrecke, zu der sich neben OB Dieter Reiter (SPD) sogar Innenminister Joachim Herrmann (CSU) angekündigt hatte. Doch vor der Tür standen weitere Hunderte, die keinen Platz im Saal hatten, dazu noch etliche Protestierende. Schließlich erwarten die Haidhauser Baustellen, Lärm, Schmutz, Stau und Sperrungen über Jahre. Zu ihnen hatten sich außerdem noch Etliche gesellt, die die Sinnhaftigkeit der Milliardenprojekts ganz allgemein anzweifeln und etwa eine Ringbahnlösung vorziehen würden.  

Die Versammlung wurde schließlich nach einer Abstimmung aufgelöst. Versprochen wurde, dabei sie zeitnah zu wiederholen. Das wird aber wohl nicht passieren, bevor am 5. April der Spatenstich am Marienhof erfolgt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Nach deren Informationen finden OB und Innenminister keinen gemeinsamen neuen Termin, und auch die Suche nach einem passenden Saal gestaltet sich scheinbar schwierig. 

Haidhauser und Stammstreckengegner sind schwer enttäuscht: Die Einwände der Viertelbewohner werden ignoriert, findet Ingeborg Michelfeit, die Vorsitzende der Bürgerinitiative Haidhausen. Vor dem Bürgerfest zum Baubeginn am 5./6. April sagt sie der SZ: „Es ist doch eine Frechheit, dass ich die Leute nicht informiere, aber vorher ein Besäufnis veranstalte."

2. Stammstrecke: Wo die Stadt überall aufgerissen wird

gma

 

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