Anwohner sind genervt

Hoffen auf Lärmschutz am Abstellgleis

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Die Betriebsgelände der Bahn hinter seinem Haus raubt dem Aubinger Volker Hanke den Schlaf.

München - Der nächtliche Betrieb auf dem Bahn-Betriebsgelände raubt Aubinger Anwohnern den Schlaf. Die Bahn würde den Grund für Schutzwand zur Verfügung stellen, möchte aber nicht die Kosten tragen. 

Mal wieder in Ruhe durchschlafen. Das ist es, was sich Volker Hanke im Moment wohl am meisten wünscht. Seit Jahren leiden er und seine Familie unter dem Lärm vom wenige Meter von seinem Haus entfernten Betriebsgelände der Bahn zwischen Aubing-Ost und Pasing. Hier werden Waggons und Triebwägen abgestellt und gereinigt – meistens in der Nacht. Nun gab es ein Gespräch mit Vertretern der Stadt – und zahlreiche Anwohner schöpfen Hoffnung.

Eine sinnvolle Maßnahme wäre in den Augen der Anwohner eine rund 800 Meter lange Lärmschutzwand von der Noder- bis zur Englburgstraße längs der Gleise 74 und 75, die dort Anfang der 90er-Jahre angebaut wurden. „Im Sommer hören wir fast täglich die Klimaanlage. Im Winter ist es ein lautes Brummen der Heizungen“, beschreibt Hanke die Situation. Er und seine Frau, die beide um fünf Uhr morgens aufstehen müssen, würden fast jede Nacht von den Putzkolonnen geweckt, die anrücken, um abgestellte S-Bahnen, Regionalzüge und Intercity-Express-Züge zu reinigen.

Unterstützung bekommen die leidgeprüften Anwohner von Werner Litza, dem Vorsitzenden der 2008 gegründeten Interkommunalen Lärmschutz-Initiative (ILI). „Die Bahn würde dafür unentgeltlich Flächen bereitstellen“, teilte Litza nun auf einer öffentlichen Unterausschuss-Sitzung mit, zu der der Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied (BA 22) Anwohner und Vertreter des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) eingeladen hatte. Dieses Angebot sei bereits im August 1999 schriftlich mitgeteilt und zuletzt Anfang Dezember 2016 mündlich wiederholt worden, sagte der ILI-Vorsitzende.

In dem Schreiben von 1999, das auch unserer Zeitung vorliegt, heißt es unter anderem: „Die DB AG ist prinzipiell dazu bereit, für die Errichtung von Schallschutzmaßnahmen auf Kosten und Veranlassung Dritter, dem Betreiber der Lärmschutzeinrichtungen bahneigenes Gelände (...) kostenlos zur Verfügung zu stellen.“ „Es wäre schön gewesen, wenn wir über das Treffen mit der Bahn informiert worden wären“, kritisierte BA-Mitglied und Stadtrat Johann Sauerer (CSU). Da die Stadt München für das Bahngelände nicht zuständig sei, habe man bislang keine Möglichkeit gesehen, dort Maßnahmen zu planen, sagte Dieter Kemmather vom RGU. Das nun von der ILI mitgeteilte Angebot der Bahn werde man aber gerne an die zuständigen Referenten weiterleiten.

Das könnte ein Anstoß für eine Lösung sein, hofft Hanke. Im Notfall können er und seine Nachbarn seit einem Jahr rund um die Uhr bei einer von der ILI eingerichteten Nummer bei der Bahn anrufen und Störungen schildern. Darauf werde dann meist schnell reagiert.

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