Siebtklässler filmt brenzlige Situation

Gefährlich? Schranke bleibt offen - obwohl S-Bahn kommt!

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Eine S-Bahn rauscht über den Bahnübergang an der Hellensteinstraße. Das Gefährliche: Die Schranken bleiben offen, die Signallampen aus.

München - Ein Siebtklässler filmt die Situation auf seinem Schulweg: Eine S-Bahn nähert sich einer Straßenkreuzung in München, aber die Bahnschranke bleibt offen! Die Bahn sieht hier jedoch keine Gefahr.

Eigentlich schließen sich Bahnschranken, wenn sich ein Zug nähert. Dafür sind sie da. Sie sollen den Straßen- und den Zugverkehr voneinander trennen, um gefährliche Situationen und möglicherweise sogar Zusammenstöße zu vermeiden. Soweit die Theorie, die Praxis sah am Mittwoch zwischen etwa 13.30 und 15.15 Uhr in München anders aus: Der Bahnübergang Hellensteinstraße blieb für fast zwei Stunden einfach offen. Und das, obwohl Züge der Linie S4 (Geltendorf) auf der Strecke unterwegs waren.

Ein Passant bemerkte die Panne und wendete sich an die Deutsche Bahn. Das Unternehmen hätte sich "den Luxus geleistet, die Bahnschranke nicht zu schließen, während eine S-Bahn stadteinwärts fuhr", schreibt Stefan Wiesheu in seiner E-Mail. Dass kein Unfall passiert sei, grenze "an ein Wunder". Der Bahnübergang sei nämlich auch Teil eines Schulwegs für Grundschüler.

Siebtklässler filmt die gefährliche Szene

Das Video eines Siebtklässlers zeigt, was an der Kreuzung passiert ist: Eine S-Bahn rauscht über den Bahnübergang, während die Halbschranken offen bleiben. Auch die Signallichter blinken nicht. Der Schüler war auf dem Radl unterwegs und vom Bahnübergang noch weit genug entfernt, so dass er nicht in Gefahr war. Auch ein herannahendes weißes Fahrzeug hatte noch genügend Sicherheitsabstand. Wiesheu möchte dennoch von der Bahn wissen: Wie kam die gefährliche Panne zustande?

Bahn: Wir haben richtig gehandelt

"Es kann immer mal wieder vorkommen, dass eine solche technische Sicherung (also die Schranke, Anm. d. Red.) gestört ist", erklärt ein Bahnsprecher auf Nachfrage. Im vorliegenden Fall habe ein sogenannter Ausschaltkontakt nicht richtig funktioniert. Der sorgt eigentlich dafür, dass sich die Schranken nach jeder Zugdurchfahrt wieder öffnen. Wegen des Defekts hat sich die Schranke offenbar deaktiviert. Zugleich wurde die Störung per Signal an den Lokführer gemeldet. In solchen Situationen, erklärt der Bahnsprecher mit Verweis auf die Eisenbahn-Betriebsordnung, bleibt der Zug kurz vor dem Bahnübergang stehen. Anschließend signalisiert der Lokführer den Straßenverkehrsteilnehmern mit einem Pfiff, dass der Zug den Bahnübergang passieren will. Dann rollt der Zug mit Schrittgeschwindigkeit los. Sobald der Führerstand die Kreuzung passiert hat, dienen die Waggons als mobile Schranke und der Zug darf wieder beschleunigen, um den Übergang zügig zu räumen. Genau das sei im Video des Siebtklässlers zu sehen.

Durch das Procedere, sagt der Bahnsprecher, kann eine Gefahr für die Straßenverkehrsteilnehmer ausgeschlossen werden. Gäbe es das Verfahren nicht, "müssten für die Dauer der Störung entweder die Straße oder der Schienenweg gesperrt werden".

Das Video des Siebtklässlers:

Ein Siebtklässler filmte in Aubing diese unglaubliche Szene: Ein Zug rauscht durch, doch die Schranke bleibt oben.Die Bahn sieht hier jedoch keine Gefahr. Die ganze Geschichte: http://bit.ly/1elZYxp

Posted by Merkur-Online on Freitag, 24. Juli 2015

 
dor

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