Stadtviertel-Serie

Geschäftemangel: Dieses Münchner Viertel wird zur Einkaufswüste

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Die Bürger im Westen – hier am Westkreuz – protestieren gegen den Mangel an Lebensmittelgeschäften.

Der Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied wird rasant nachverdichtet. Mit der Folge, dass auch heuer die Themen Nahversorgung und Verkehr dominieren – sowohl was die Belastung der Straßen als auch das künftige Angebot im öffentlichen Nahverkehr betrifft.

München  - Die Versorgungslücke ein wenig schließen soll der neue Wochenmarkt, der im Neubaugebiet Aubing-Ost eröffnet wurde. Dort hatte man eigentlich mit einem Lebensmittelanbieter gerechnet, doch aus dem wurde nichts. Nun hofft man in Aubing, dass der Markt heuer gut angenommen wird und langfristig im Stadtbezirk bleibt. Etwa zehn Händler bieten immer freitags von 13 bis 18 Uhr dort ihre Waren feil.

Nahversorgung im alten Stil: Der Wochenmarkt an der Konstanze-Vernon-Straße schließt die Versorgungslücke.

Im Wohnprojekt an der Colmdorfstraße am S-Bahnhof Aubing ist dagegen ein Lebensmittelhändler fest eingeplant. In dem auf dem ehemaligen Telekom-Gelände entstehenden Quartier sollen dieses Jahr die ersten der rund 410 Wohneinheiten bezugsfertig werden.

Auch in der neuen Wohnsiedlung an der Gleisharfe entlang der Papinstraße werden heuer die ersten Bewohner einziehen können. Dort entstehen – wenige Gehminuten vom S-Bahnhof Neuaubing entfernt – rund 500 Wohnungen.

Weiter geht es mit dem in zwei Abschnitten geplanten Neubau des Paul-Ottmann-Zentrum an der Mainaustraße. In das auf dem ehemaligen Parkplatz errichtete Gebäude sollen in diesem Jahr nach und nach die Mieter aus dem Bestandsbau umziehen. Dann startet der zweite Bauabschnitt. Aus Platzgründen gibt es dort vorläufig keinen Lebensmitteldiscounter – sehr zum Bedauern vieler Aubinger.

Nahverkehr in Aubing-Lochhausen-Langwied ein Problem

Der öffentliche Nahverkehr wird weiterhin die Diskussionen im Stadtteil beherrschen. Zusätzlich zu den während der Stoßzeiten meist überfüllten S-Bahnen wäre nur eine U-Bahn von Pasing bis Freiham eine attraktive Alternative, sagt man einstimmig im Bezirksausschuss (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied. Eine laut Studie zwar rentablere Tram könne dies nicht leisten. Man hofft deshalb auf eine Entscheidung zugunsten der U-Bahn im Stadtrat.

Der S-Bahnhof Freiham: Noch ist es rundherum leer, doch die Linie ist schon jetzt.

Stadtviertel Freiham-Nord

Sie wäre auch für die rund 25.000 Menschen, die einmal im neuen Stadtviertel Freiham-Nord wohnen sollen, eine Option, öffentlich zu fahren, davon ist man im BA überzeugt. Im Frühjahr soll es losgehen mit dem Bau der ersten 1000 Wohneinheiten auf der Fläche hinter der Grundschule an der Gustl-Bayrhammer-Straße. Insgesamt sind im ersten Realisierungsabschnitt rund 4400 Wohneinheiten vorgesehen. Weitere rund 6000 sollen es im zweiten Abschnitt sein, für den heuer mit dem Wettbewerbsergebnis gerechnet wird.

Loslegen will Paulanerdieses Jahr mit dem Bau seines neuen Logistikzentrums, das von Gräfelfing nach Langwied und damit wieder ins Stadtgebiet verlagert werden soll.

Im benachbarten Stadtteil Lochhausen sind drei neue Wohnsiedlungen in der Planung. Losgehen könnte es in diesem Jahr mit dem Bau der rund 400 Wohnungen an derHenschelstraße.

Voraussichtlich im Herbst soll das neue Pfarrzentrum eingeweiht werden, das die evangelische Adventskirchein Neuaubing baut. Von dort aus ist künftig auch die Seelsorge für den neuen Stadtteil Freiham-Nord vorgesehen. Den Umbau noch vor sich hat die katholische Pfarrei St. Quirin in Aubing. Dort sollen im Frühjahr die Bagger zum Abriss des Pfarrgebäudes anrollen. 

Monika Wehrl-Herr

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Mein Aubing/Lochhausen/Langwied“.

25 Stadtbezirke und somit 25 Bezirksausschüsse gibt es in München. Die Stadtteilgremien tagen regelmäßig Die Bürger können teilnehmen. Alles Infos dazu finden Sie hier.

Viertelbewohner erzählen: So verwandelt sich Aubing-Freiham

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