Aubing: Pferd muss mit Kran vom Dach

Irre Rettungsaktion: Ich glaub, hier hängt ein Pony

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Der Tierarzt versetzte dem Pony eine Betäubungsspritze, bevor das Technische Hilfswerk in Aubing das Tier per Kran rettet.

Aubing - Pony Nolosé hatte wohl Lust auf einen ausgiebigen Heu-Snack! Das Tier befreite sich aus seiner Box und lief eine schmale Treppe zum Heuboden hinauf. Nur alleine runter kam es nicht mehr...

Alles wieder gut! Pony Nolosé ist noch betäubt, aber heil unten. Besitzerin Andrea Dirnhofer (l.) und Inga Rettig-Forster freut’s.

Ach, Nolosé, was musst du nur so schrecklich neugierig sein? Warum musst du deine Schnauze überall reinstecken? Na gut, du bist nun mal eine stolze spanische Ponydame und mit neun Jahren im besten Alter. Und warum, könntest du sagen, war deine Box nicht gscheit abgesperrt mit dem Sicherheitsriegel? Dass du allerdings die ganz normale Türsperre knackst, konnte nun wirklich niemand wissen. Und mit deinem Namen kannst du deine Neugier auch nicht erklären. Schließlich heißt du übersetzt so viel wie „Ich weiß es nicht“. Dafür weißt du jetzt umso besser, was passiert, wenn man mitten in der Nacht die große weite Welt erkundet. Wenn man seine Box im Reitstall Aubing verlässt und sich eine elend ­schmale Treppe nach oben zwängt. Gut, auf deine Figur darfst du stolz sein. Du bist zwar ein Pony, aber ein stattliches mit einem Stockmaß von 1,38 Metern. Da muss man erst mal hochkommen. Aber am Verhungern kannst du nicht gewesen sein, auch wenn du oben, im ersten Stock, über das Heu hergefallen bist, als kämst du direkt aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

So weit, so spaßig. Aber dann ist dir dein Mütchen etwas vergangen. Denn runter kamst du nicht mehr alleine. Und als deine Besitzerin in der Früh um halb acht den Stall öffnete und du weg warst, dürftest du schon ähnlich panisch gewesen sein wie die Frau. So schwer war es übrigens nicht, deine Spur aufzunehmen.

Bilder: Pony von Heuboden gerettet

Bilder: Pony von Heuboden gerettet

Schließlich hast du uns nicht veräpfelt und den Weg nach oben in streng riechender Kugelform markiert …

Alles wieder gut! Pony Nolosé ist noch betäubt, aber heil unten. Besitzerin Andrea Dirnhofer (l.) und Inga Rettig-Forster freut’s.

Zum Glück ist das Technische Hilfswerk direkt in der Nähe des Stalls. Doch auch die insgesamt 16 Mann waren ziemlich ratlos: Wie kriegt man dich wieder runter? Schließlich kam Herr Constantin Moll, den kennst du wohl schon, der Tierarzt. Er versetzte dir eine kleine Spritze, damit du 20 Minuten lang von Heu, Ausflügen und Hengsten träumen konntest. Und dann haben dich – nur zu deiner Info – zehn Männer vom Hilfswerk auf eine Art Ladefläche auf Rollen gehievt, die vor der Hütte stand. Zum Glück hat der erste Stock eine Luke. Und von da – auf dem Foto kannst du es sehen – wurdest du per Kran auf sicheren Boden gebracht. Ein paar Minuten später bist du aufgewacht, und am Abend warst du wieder topfit.

Du kannst dir vorstellen, wie das alles deinem Frauchen Andrea Dirnhofer an die Nieren ging – die konnte erst mal gar nicht lachen, sagte sie dem Münchner Merkur. Und auch die weitere Stallbesitzerin, Inga Rettig-Forster, fand’s nicht zum Wiehern. Aber das willst du nicht wissen.

M.B./A.R.

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