Baustelle als Sicherheitsproblem?

Fahrgäste sauer: Dieser Bahnsteig ist gefährlich

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Spätestens wenn Schulklassen auf dem Bahnsteig auf die S-Bahn warten, ist es kein Spaß mehr.

München - Die Baustelle am Bahnhof in Lochhausen sorgt für Ärger: Fahrgäste haben sich bereits beschwert, dass gefährlich wenig Platz auf dem geschrumpften Bahnsteig vorhanden ist.  Die Bahn muss nun den Schaden begrenzen.

Das Leben eines Bahnpendlers an sich ist ja schon nicht das leichteste. An dem Bahnhof in Lochhausen werden die Fahrgäste der S3 seit Mai aber auf eine besonders harte Prüfung gestellt.

Das Unheil bahnte sich Stück für Stück an: Zunächst musste der einzige Kiosk vorübergehend der Baustelle weichen. Kaffee am Morgen, ein Snack und die Zeitung - Pustekuchen. Kurz darauf machten sich die ersten Bauarbeiter auf dem Bahnsteig breit. Und plötzlich, eines Tages, war der Bahnsteig verschwunden. Na ja, zumindest sah es so aus.

Denn da, wo sich einst Sitzbänke, Fahrkartenautomaten und Stempelstangen befanden, sah man als Pendler nun Bagger, Schaufeln und Erde. Das Dach: weg. Unterschlupf bei Regen gibt's nur noch in dem kleinen Aufgangshäuschen. Auch vom Bahnsteig blieb nur noch ein schmaler, von einem Bauzaun abgetrennter Streifen übrig. Auf der Stadteinwärts-Seite hatte man einen etwa zwei Meter breiten Rand gelassen. Und da ist der Punkt erreicht, wo es nicht nur ungemütlich wird - sondern auch gefährlich.

Den Frust hat jemand schon an einem Baustellen-Plakat abgelassen.

Die Fahrgäste reihen sich wie die Perlen einer Kette an dem Bauzaun auf, wer vorbeiläuft, muss fast über den durchgezogenen Strich treten, der den Mindestabstand zum Bahnsteigrand markiert. Zu Stoßzeiten ist der Bahnsteig völlig überfüllt. Eine Mutter mit Kinderwagen hat kaum eine Chance. Hinzu kommt noch, dass gerade in der Vor-Ferienzeit viele Schulklassen und Ausflugsgruppen unterwegs sind. Die Kinder schubsen sich, rennen und bewegen sich immer gefährlich nahe an der Kante. Spätestens wenn die S-Bahn einfährt, ist das kein Spaß mehr.

Vielen Fahrgästen war diese Situation nicht mehr geheuer. Einer hat seinen Frust schon auf einem Baustellenplakat ausgelassen: "Scheiß Laden". Auf Nachfrage der Onlineredaktion bestätigt zudem ein Sprecher, dass es Beschwerden bei der Bahn gab. So viele, dass die Bahn einen Mitarbeiter vorbeischickte, der die Situation überprüfen sollte. Das Ergebnis: Der Mindestsicherheitsabstand ist zwar gegeben. Aber: Im Berufsverkehr "kann es gelegentlich eng werden", so die Bahn.

Das Problem: So wie die Bauarbeiten in der ersten Bauphase angelegt sind, lässt sich nicht noch mehr Platz schaffen. An einzelnen Stellen wurde der Zaun zwar eingerückt - doch mehr ist derzeit nicht drin. Die Fahrgäste müssen sich einfach dünn machen und gut aufpassen.

Die Bahn will aber aus dem Fehler lernen: Bei dem nächsten Bauabschnitt, der am Freitag (25. Juli) beginnt, sollen Buchten für die Fahrgäste eingerichtet werden. Um die Gefahr noch mehr einzugrenzen, hat die Bahn außerdem veranlasst, dass S-Bahnen, Fern-, Regional und Güter-Züge werktags zwischen 6 und 9 Uhr und 16 und 19 Uhr mit verminderter Geschwindigkeit von maximal 60 Stundenkilometern an den Bahnsteigkanten vorbeifahren. Die Fahrgäste sollen zusätzlich vor einfahrenden Zügen gewarnt werden - wenn die Lautsprecher funktionieren.

Erst einmal müssen die Fahrgäste aber mit diesem Trost der Bahn leben: Wenn alles glatt läuft, hat Lochhausen Ende Oktober einen rundum erneuerten, barrierefreien Bahnhof mit Aufzug - ach ja, und einem Blindenleitsystem.

Kathrin Garbe

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