„Autos wälzen sich durch Wohnstraßen“

Brennpunkt Verkehr: Aubinger Bürger geigen OB Reiter die Meinung

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Erlebte einen Abend voller Diskussionen: OB Dieter Reiter stellte ich in der Bürgersprechstunde den Aubingern.

Aubing erstickt förmlich im Verkehr. Drüber haben sich die Bürger bei der Sprechstunde mit OB Dieter Reiter ausgelassen. Die Alternativen haben aber auch ihre Tücken.

München - Überfüllte S-Bahnen, verstopfte Wohnstraßen, Parkplatznot - Aubing ist am Limit! Diese verzweifelte Botschaft haben knapp 200 Bewohner des Stadtbezirks Aubing-Lochhausen-Langwied OB Dieter Reiter (60, SPD) am Donnerstagabend bei der Bürgersprechstunde mit auf den Weg gegeben.

Verkehr war das Brennpunkt-Thema des Abends: Was passiert mit dem Stadtbezirk, wenn nach Fertigstellung Freihams 25.000 neue Nachbarn zuziehen? „Die A99 ist schon jetzt täglich dicht, und die Autos wälzen sich durch unsere Wohnstraßen“, schimpft ein Bürger. Eine Mutter sorgt sich um die Gesundheit ihrer Töchter - die Kita der Mädchen liegt an der Lochhausener Straße. „Die Stickstoffdioxid-Belastung dort ist vergleichbar mit dem Frankfurter Ring“, ruft die Frau, die dem OB eine Petition der Eltern übergibt.

Wohnstraße voller Blechlawinen: Für die Aubinger ist das ein großes Ärgernis.

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Kritik an „unzumutbaren Zuständen“ am S-Bahnhof

Eine andere Rednerin sieht den dörflichen Charakter Langwieds in Gefahr: „Wir sind die Strecke, wenn die Autobahnen zu sind. Dabei haben wir kaum befestigte Straßen!“ Die Angst, „hinten runterzufallen“, treibt die Leute um. „Wir haben massive Defizite in unseren Stadtteilen“, klagt Karin Binsteiner von der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing. Bestes Beispiel: die „unzumutbaren Zustände“ am S-Bahnhof. Die Bürger fordern, dass die Unterführung barrierefrei wird. Reiter macht Hoffnung: Anfang 2019 soll der Stadtrat den Umbau beschließen.

Die Verlängerung der U5 nach Freiham wird wohl nicht vor 2035 kommen. „Ich verstehe Ihren Missmut“, sagt Reiter. Er könne sich auch vorstellen, dass „wir irgendwann eine U-Bahn bauen“. Doch angesichts der sechs aktuellen U-Bahnprojekte dauere das. Neben einer neuen Expressbuslinie „wird es nach meiner Vorstellung eine Straßenbahn geben“. Murren im Saal. Applaus gibt es für die Seilbahn-Idee, die großen Anklang im Bezirksausschuss gefunden hatte. Aber Zukunftsmusik.

Gewohntes Bild: Auf der A99 reiht sich Fahrzeug an Fahrzeug.

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Nur wenige besitzen kein Auto

Mit der Realität sehen sich viele Lochhausener konfrontiert: Die Anwohner der Toni-Berger-Straße reichten 150 Beschwerden zum Parkplatzmangel ein. Es gebe nur 13 Parkplätze: „viel zu wenig!“ Ein Fall, den Reiter zum Anlass nahm, auf ein Grundproblem hinzuweisen: „Einerseits reden wir über mehr Parkplätze, andererseits darüber, dass wir immer mehr Verkehr haben.“ Beides zusammenzubringen, sei „nicht ganz so einfach“. Ihn würde interessieren, wer kein Auto habe - vereinzelt gingen Hände hoch.

Doch S-Bahn-Fahren sei teuer: Das monierte eine junge Frau, die jährlich 685 Euro für ihr Jobticket bezahlt. Reiter verwies auf die MVV-Reform - sollte sie kommen, fahren viele Nutzer günstiger. Gute Nachrichten gab es für Leseratten aus dem Westkreuz, deren Stadtbibliothek dem Abriss des Einkaufszentrums zum Opfer gefallen war: Reiter versprach, temporär einen Bücherbus bereitzustellen.

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