Spenden für soziales Zentrum

Angeblich taubstumm: Bursche erbeutet Geld

München - Fiese Masche: Ein 18-Jähriger gab sich als taubstumm aus und sammelte Geld für körperlich Behinderte. Als ihn die Polizei ansprach, konnte der Bursche aber auf wundersame Weise sprechen.

Er sammelte Unterschriften und Geld für ein soziales Zentrum für Taubstumme und körperlich Behinderte - oder jedenfalls tat ein 18-Jähriger am Montag gegen 14 Uhr so. Wie die Polizei mitteilt, war der Rumäne in einem Supermarkt an der Stockacher Straße unterwegs und hatte auch ein vermeintliches Zertifikat dabei.

Das wies ihn selbst als taubstumm aus - das Zertifikat sah aus, als wäre es vom regionalen Verbund für Taubstumme und körperlich Behinderte. Es war aber gefälscht und selbst angefertigt. Auf die Masche fiel dennoch eine 68-jährige Frau herein und gab dem 18-Jährigen einen Fünf-Euro-Schein.

Mehrere Kunden des Supermarktes beobachteten die Szene und meldeten sich daraufhin bei der Polizei. Bei den Beamten, die mit dem Rumänen sprachen, fing der 18-Jährige auf einmal ebenso an, in gebrochenem Deutsch zu erzählen - obwohl er sich vorher als taubstumm ausgegeben hatte.

Auch war er überhaupt nicht für einen regionalen Verband für Taubstumme und körperlich Behinderte unterwegs. Gegen ihn wird nun wegen Trickbetrugs ermittelt.

Bereits am Donnerstag hatte sich laut Polizei schon ein fast identischer Fall ereignet: Auch hier gab sich ein Bettler gegen 17 Uhr am Stachus als Spendensammler für Taubstumme aus. Wie sich herausstellte, war es ebenfalls der 18-jährige Rumäne, der auch dort behauptet hatte, taubstumm zu sein.

Er hatte eine Schreibkladde und einen Stift dabei und war mit einer 19-jährigen Rumänin unterwegs. Sie versuchten, Passanten von ihrer Masche zu überzeugen. Dabei wurden die beiden von Zivilbeamten beobachtet, die sie daraufhin kontrollierten. Auch in diesem Fall wird der 18-Jährige wegen Trickbetrugs angezeigt, ebenso wie seine 19-jährige Begleiterin.

pak

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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