"Extrem hohe Brutalität"

Fast drei Jahre Haft für S-Bahn-Schläger

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2 Jahre und 9 Monate Knast: S-Bahn-Schläger Denis T.

München - Gemeinsam mit vier Kumpels schlug Denis T. am Ostersonntag 2013 auf einen jungen Mann ein - die Attacke hätte tödlich enden können. Nun hat das Gericht ein Urteil gesprochen.

Zugeschlagen hat er schon oft. In der Gruppe fühlt sich Denis T. (23) stark. Da genügt dem arbeitslosen Paket-Fahrer ein geringer Anlass um auszurasten. Als Denis T. am 31. März 2013 in der S-Bahn erneut zuschlug, stand er wegen gefährlicher Körperverletzung noch unter offener Bewährung. Jetzt hat er im Knast noch fast drei Jahre Zeit, über seine Taten nachzudenken.

Es war Ostersonntag, kurz vor 6 Uhr. Denis T. hatte mit seinen Kumpels durchgefeiert, sie waren mit der S 3 in Richtung Olching unterwegs. Als Julian T. (22) an der Hackerbrücke zustieg, stellten sie ihm ein Bein und schubsten ihn. Dann war zunächst wieder Ruhe. Julian T. setzte sich woanders hin.

Täter verspricht Besserung

S-Bahn-Station Lochhausen: Die fünf Täter stiegen aus, stürmten aber sofort zurück in den Zug. Offenbar hatte sie Julian T. durch die Scheibe provoziert. Auf dem Überwachungs-Video sieht man, wie die Burschen gemeinsam auf ihr Opfer einschlagen. Besonders brutal fällt Denis T. mit seinen Fußtritten auf – dadurch erleidet Julian mehrere Brüche im Gesicht, (u.a. Jochbein und Oberkiefer). Die Attacke hätte auch tödlich enden können, so Rechtsmediziner Michael Bedacht: „Es hätten auch ganz andere Schäden bleiben können.“

Die Staatsanwältin: „Die Tat war von extrem hoher Brutalität gekennzeichnet.“ Sie fordert drei Jahre und neun Monate Haft. „Die Tat ist nur aus der Gruppe heraus zu erklären“, trägt Verteidigerin Felicitas Krais in ihrem Plädoyer vor. Strafmildernd müsse man auch werten, dass ihr Mandant bereits in Strafhaft sitze, weil die Bewährung für ein Jahr und vier Monaten Haft widerrufen worden ist.

Der zehnfach vorbestrafte Denis T. verspricht Besserung: „Ich will in Zukunft alles anders machen.“ Das Schöffengericht mit Richter Andreas Schätzl verurteilt den Schläger zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.

E. Unfried

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