Spannende Pläne

Gut Freiham: Das alte Dorf im neuen Stadtteil

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Mehr als 900 Jahre alt ist das Gut Freiham – die Grafik zeigt, wo künftig was entstehen soll.
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Ein „lebendiges Dorf des 21. Jahrhunderts“ soll das Gut werden – hier der künftige Gastgarten als Simulation.
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Bekommt eine Stützkonstruktion: In dem alten Schuppen sollen Kutschen und Bierwagen untergebracht werden.
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Derzeit eingezäunt: der Gutshof Freiham. Hinten der eingerüstete Kirchturm.

München - Ein „lebendiges Dorf des 21. Jahrhunderts“ soll das Gut Freiham im Münchner Westen werden. Nun wurden die aktuellen Pläne vorgestellt – ein genauer Zeitplan steht aber noch aus.

Im Vergleich zu den vielen Baustellen im Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied, in dem in den kommenden Jahren zahlreiche neue Wohnsiedlungen für mehr als 25.000 Menschen entstehen sollen, ist es dieser Tage sehr ruhig auf dem mehr als 900 Jahre alten Gutshof an der Stadtgrenze von München. Die lang gestreckten einstigen Ställe und Scheunen sind eingezäunt, die Schlosswirtschaft und der Biergarten schon seit Monaten geschlossen. Einzig die ehemalige kleine Hofmark-Kirche Heilig Kreuz gegenüber der Wirtschaft ist eingerüstet. Sie soll noch vor Weihnachten mit aufwendig restaurierter Orgel und dritter Turmglocke, die verloren gegangen war, wieder öffnen und künftig zu Gottesdiensten, Trauungen und Taufen einladen, heißt es bei der Stiftung.

Der genaue Zeitplan steht noch nicht

Einen weiteren Zeitrahmen für die Sanierung des historischen Gutshofes gibt es aber noch nicht: „Wir sind in laufenden behördlichen Verfahren und können es daher nicht abschätzen“, sagte ein Sprecher der Edith-Haberland-Wagner Stiftung auf Anfrage unserer Zeitung. Wie das Dorf des 21. Jahrhunderts im Detail einmal aussehen könnte, gab Catherine Demeter, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, aber ausführlich in einer Broschüre der Landeshauptstadt bekannt.

So soll der ehemalige Kuhstall nach seiner Sanierung zu einer Holzmanufaktur umgebaut werden. Die Besucher bekämen hier einen Einblick in das uralte Schäffler-Handwerk, das in Freiham dann so ausgeübt werden solle wie zur Gründungszeit des Anwesens, heißt es. Im alten Pferdestall, dem die Säulenhalle mit ihren böhmischen Kappen im Erdgeschoss eine besondere baugeschichtliche Prägung verleiht, will man künftig die sechs bis acht Brauereirösser der Stiftung unterstellen.

Der laut neuem Eigentümer etwas unglücklich konstruierte Schuppen aus früheren Jahrhunderten bekomme eine moderne Stützkonstruktion und werde nach seiner Sanierung als Raum für Kutschen, Bierwagen und Prachtgeschirre genutzt, heißt es weiter.

Die Brennerei wird wiederbelebt

Noch gut erhalten ist anscheinend die 1887 errichtete Brennerei. Im Hauptteil dieses Gebäudes plant man künftig wieder die Herstellung verschiedener Brände wie im Jahr der Grundsteinlegung. Auch Braugerste soll auf dem rund 30 000 Quadratmeter großen Areal wieder eingelagert werden. Dafür soll ein Silo aufgestellt werden, das sich dank Holzverkleidung harmonisch in das Ensemble einfügen soll.

Umfangreiche Pläne hat man mit dem an den Gasthof grenzenden ehemaligen Getreidelager und dem Bullenstall. Hier entsteht laut Stiftung ein „gemütliches Dorfgasthaus“ mit großem Biergarten mit Selbstbedienung im Innenhof und einem Festsaal. Im Dach soll ein Museum eröffnen, in dem man die Kunst des Bier-Brauens zeigen und erklären will. Und zwar so, dass es auch Kindern verstehen und ihre Freude an den Erläuterungen haben, wünscht sich Demeter.

Der Bezirksausschuss ist angetan

Beim örtlichen Bezirksausschuss hält man viel von den Plänen der Stiftung: „Ein in früheren Jahrzehnten beliebtes Ausflugsziel wird reaktiviert und steht mit umfangreichen neuen Nutzungen in einer Münchner Einmaligkeit da“, sagt der Bezirksausschuss-Vorsitzende Sebastian Kriesel (CSU). 

Man hoffe auf eine baldige Umsetzung des Vorhabens, heißt es auch beim Verein Freunde Freihams. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, den besonderen Charakter des Gutes zu bewahren und zu erhalten. „Gerne stellen wir für das Museum auch alte Bilder und Urkunden aus dem 17. und 18. Jahrhundert zur Verfügung“, sagt der Vereinsvorstand Anton Fürst. Die Idee, ein altes Dorf inmitten des neuen Stadtteils zu etablieren, kommt auch bei dem Verein sehr positiv an.

Monika Wehrl-Herr

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