Vermisste Münchnerin

Lochhausen: Leiche wird obduziert - ist es Aline? 

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In einem Waldstück in Lochhausen wurde die Leiche am Montagnachmittag von Suchhunden aufgespürt.

München -Seit fast vier Wochen wird Aline Körner vermisst. Die Polizei hat am Montag in Langwied eine Leiche gefunden.  Körners Lebensgefährte sitzt in Untersuchungshaft. 

Die kleine Baumgruppe am Dreilingsweg in Langwied ist am Montagabend hell erleuchtet. Einsatzkräfte der Feuerwehr werden hier gleich eine Leiche aus einem alten Kellerloch bergen. Die Ruine steht inmitten der Bäume, die ihre Blätter bereits fast verloren haben. Das Haus gibt es schon lange nicht mehr. Es ist vor etwa 40 Jahren eingefallen. An der kleinen, schwach beleuchteten Straße hat ein Spürhund der Polizei am Montag gegen 14.30 Uhr Leichengeruch aufgenommen. Die Mordkommission suchte dort gezielt und zog die Hundestaffel hinzu. In zwei Metern Tiefe zwischen Schutt und Schmutz fanden Ermittler dann die Tote. Wahrscheinlich handelt es sich um die vermisste Aline Körner. Die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft sind sich sicher, dass ihr Lebensgefährte die 30-Jährige ermordet hat. Er sitzt seit vergangener Woche wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. 

Michael Probst hat seine tote Freundin vermutlich noch am Abend ihres Verschwindens, dem 8. Oktober, durch einen Spalt in den eingefallenen Keller hinuntergelassen – möglicherweise mithilfe von Seilen. Der 29-Jährige kennt sich hier aus. Er soll nach Informationen unserer Zeitung nur wenige hundert Meter entfernt von der Kellerruine seine Kindheit und Jugend verbracht haben. 

Ermittler gehen davon aus, dass der Lebensgefährte Aline erwürgt oder erdrosselt hat

Wie berichtet, hatten sich Aline Körner und ihr Lebensgefährte am Abend des 8. Oktober in ihrer gemeinsamen Wohnung an der Kafkastraße in Neuperlach heftig gestritten. Sie hatte sich offenbar in einen anderen Mann – einen Arbeitskollegen – verliebt, die Beziehung stand kurz vor dem Aus. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 29-Jährige seine Lebensgefährtin erwürgt oder erdrosselt hat. Noch in der Nacht muss er die Leiche in seinen silbernen Ford Mondeo gelegt und damit in den Münchner Westen gefahren sein. Er besuchte einen Freund in Gröbenzell (Landkreis Fürstenfeldbruck). Dort, so gab Probst später an, will er sich darüber ausgeweint haben, dass seine Freundin ihn verlassen habe. 

Im Nachhinein sind sowohl das Handy des Security-Mitarbeiters als auch das seiner Freundin dort geortet worden. Gegen 1.45 Uhr brach der 29-Jährige bei seinem Freund auf. Der Fundort der Leiche liegt auf dem Weg von München nach Gröbenzell. Die Polizei geht davon aus, dass der Security-Mitarbeiter die Leiche entweder auf dem Weg zu dem Freund oder auf dem Rückweg in der Kellerruine abgelegt hat. 

Die Anwohner sind am Montagabend schockiert. Edith Lauck geht wie jeden Tag mit ihrem Hund „Wuschel“ am Dreilingsweg Gassi. „Ich finde das total unheimlich, dass hier eine Tote gefunden wurde“, sagt die 68-Jährige. „An so was denkt man doch nicht!“ Seit 1984 wohnt Lauck hier unweit der S-Bahn-Station Langwied. Die Gegend ist trotz der Nähe zu den Gleisen abgelegen. In der Nachbarschaft stehen nur ein paar Einfamilienhäuser. Entlang des Dreilingswegs gibt es kaum Straßenlaternen, nachts wird es hier stockdunkel. Der schmale Weg wird hauptsächlich von Anwohnern und Gassigehern benutzt. 

Obduktion am Dienstag

Michael Probst hat sich auf Anraten seines Anwalts in der Untersuchungshaft nicht mehr zu den Mord-Vorwürfen geäußert. Bei seiner ersten Vernehmung hatte er noch geleugnet, etwas mit dem Verschwinden seiner Freundin zu tun zu haben. Doch die Ermittler stießen schnell auf Ungereimtheiten. So wurde in der Nacht, als Aline Körner verschwand, das Handy der Vermissten nochmals in der Wohnung in Neuperlach geortet. Von dem Mobiltelefon aus wurden nach Körners Verschwinden noch Kurznachrichten verschickt. 

Die Ermittler gehen davon aus, dass Probst sich diese Nachrichten in der Nacht selbst schickte, um von der Tat abzulenken. Zudem belastet eine EC-Karte den 29-Jährigen schwer. Er sagte aus, dass die EC-Karte seiner Freundin fehle, als die Handtasche in Freising gefunden wurde. Tags darauf, am 9. Oktober, versuchte jedoch jemand, mit der Karte an einem Automat in Neuperlach die Kontoauszüge herauszulassen. Bei seiner Festnahme wurde diese EC-Karte im Rucksack von Probst gefunden. 

Gewissheit, ob es sich bei der Leiche um Aline Körner handelt, soll eine Obduktion bringen. Bereits heute soll es ein Ergebnis geben.

Der Fall Aline:

Seit Wochen wird Aline Körner (30) vermisst. Ihr Lebensgefährte wurde in der vergangenen Woche verhaftet.

Seit über drei Wochen wird die 30-Jährige Aline Körner aus Neuperlach vermisst. Weil jegliches Lebenszeichen fehlte, ging die Polizei ging relativ bald davon aus, dass die junge Frau nicht mehr am Leben und einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. In der vergangenen Woche wurde ihr Lebensgefährte festgenommen. Die Polizei suchte mit Fotos nach weiteren Hinweisen.

Leichenfund in Lochhausen: Bilder vom Polizeieinsatz

Stefanie Wegele, Annika Schall

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