Geständnis vor dem Landgericht

Liebes-Aus! Mann legt in Wohnung Feuer

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Charalampos C. vor dem Landgericht.

München -  Seine Freundin machte per SMS Schluss mit ihm. Daraufhin fackelte Charalampos C. Ende des Jahres 2013 ihre Wohnung ab. Nun gestand er die Brandstiftung vor Gericht.

Weißes Glitzer-Sakko, die schwarzen Haare zum Zopf gebunden, dazu Oberarme wie ein Boxer: In diesem Outfit könnte Charalampos C. (25) auf der Bühne stehen. Mit stolzer Haltung saß er gestern aber auf der Anklagebank des Landgerichts.

Weil seine Freundin ihn per SMS abservierte, legte er am 30. Dezember 2013 Feuer in ihrer Wohnung. Am Dienstag gestand er die schwere Brandstiftung!

„Sie sprach von Heirat und Kindern – zwischen uns war es ernst. Aber dann schrieb sie plötzlich, ich soll aus ihrer Wohnung ausziehen. Ich war gekränkt“, sagt der gebürtige Kasache. Drei Monate wohnt er bereits bei Elena K. (Name geändert) in der Kravogelstraße. Dass sie tagsüber als Prostituierte im Bordell arbeitet, stört ihn nicht.

„Sie versicherte mir, das läuft ohne Gefühle ab: Sex ist Sex, und Liebe ist privat.“ Abends hat der gelernte Staplerfahrer aber immer öfter den Verdacht, dass seine Freundin auch privat mit einem anderen Mann ins Bett geht. „Die Kissen lagen oft zerwühlt am Fußende“, sagt er. Dumm nur: C. ist selbst noch mit einer Russin verheiratet.

In seinem Handy findet Elena anzügliche Nachrichten. Wütend sagt sie vor Gericht: „Er erzählte immer, das sei seine Ex. Als ich wusste, dass er mich belogen hat, wollte ich nicht mehr mit ihm zusammen sein.“

"Einen Mann wie mich verdienst du nicht"

Im Prozess verliest Richter Thomas Hense die Trennungs-SMS vom Brand-Abend. Gegen 19 Uhr schreibt Elena: „Ich habe keine Gefühle mehr für dich und will nichts mehr mit dir zu tun haben.“ Darauf der Täter: „Ich habe dich geliebt, wie ich Gott liebe. Aber du bist nur eine Hure ohne Herz. Einen Mann wie mich verdienst du nicht.“ Wütend ruft C. kurz seinen Vater in Griechenland an. ´

Feuer in Wohnung in Neuaubing

Feuer in Wohnung in Neuaubing

Danach geht er zur Tankstelle und kauft einen Kanister mit zehn Liter Diesel. „Die Hälfte habe ich in der Wohnung ausgeschüttet, das meiste davon auf dem Bett. Ich bin sicher, dort hat sie mich betrogen.“ Mit einem Streichholz steckt er gegen 19.45 Uhr das Schlafzimmer in Brand. Während sich das Feuer im ersten Stock ausbreitet, fährt C. mit dem Taxi zum Flughafen. Dort nimmt ihn die Polizei fest! Das Ticket nach Griechenland hatte er schon Tage vorher gebucht.

Dass er viele Menschenleben riskierte, interessiert ihn nicht. „Es war sowieso Schluss, mir war alles egal“, sagt Charalampos. Die Feuerwehr löscht den Brand – niemand wird verletzt. Aber die Wohnung ist völlig zerstört! Elena K. hat 40.000 Euro Schaden. „Ich wollte nur noch weg. Aber ich wusste, dass ich erwischt werde. Es tut mir so leid“, sagt der Brandstifter.

Ihm droht jahrelange Haft, eventuell muss er in die Psychiatrie.

A. Thieme

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