Erbitterter Streit geht zu Ende

„Erhebliche Gefahrenquelle“: Maibaum am Westkreuz ist Geschichte 

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Da stand er noch, der Maibaum am Westkreuz: Mittlerweile erinnert nur noch ein Stumpf an ihn.

Es war ein erbitterter Streit, der nun vom Amtsgericht München beendet wurde. Der Maibaum an der Mainaustraße (Westkreuz) muss dauerhaft weg. Aus Sicherheitsgründen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Eigentlich wollte die beklagte „Interessenvereinigung Westkreuz“ Berufung einlegen. Doch: „Wir ziehen unsere Berufung zurück: Die zusätzlichen 4000 Euro Anwaltskosten können wir uns nicht leisten“, sagt Vorsitzender Johann Slezak. „Die Feuerwehr hat den Baum bereits vor ein paar Wochen entfernt, es ist traurig.“ 

Der Verein hatte mehr als 30 Jahre lang den Baum an dem Standort aufgestellt (wir berichteten). Doch: Die an einen Gehweg angrenzende Grünfläche liegt auf einem Privatgrundstück. Mit einem zuletzt bis 2023 verlängerten Vertrag hatte die Wohnungseigentümergemeinschaft dem Verein unentgeltlich gestattet, auf eigene Kosten und eigenes Risiko den Baum aufzustellen. Doch 2015 begann der Streit. Er lässt sich so zusammenfassen: Die Wohnungseigentümer argumentieren, der Verein habe Vorschriften nicht eingehalten, die für einen Versicherungsschutz bei einem Unfall mit dem Baum nötig gewesen wären. Verwalter Peter Riedenauer sagt, er gehe weiter von einer Berufung aus. „Deswegen kann ich leider zu dem Fall nichts sagen.“

„Vor drei Jahren haben Unbekannte die Schaurben gelockert“

Die Interessenvereinigung sieht die Schuld für den Streit wiederum bei den Wohnungseigentümern: Denen sei das Stangerl schon länger ein Dorn im Auge gewesen. Slezak: „Vor drei Jahren haben Unbekannte mutwillig die Schrauben am Baum gelockert. Wir haben sofort die Polizei eingeschaltet.“

Das Gericht sah es nun so: Grundsätzlich bedeute das Aufstellen eines Maibaums eine „erhebliche Gefahrenquelle für Dritte“, besonders wenn in unmittelbarer Nähe etwa ein Gehweg sei. Das grundsätzliche Haftungsrisiko der an der Aufstellung und am Betrieb des Baumes beteiligten Personen könne zwar durch eine Haftpflichtversicherung abgemildert werden. „Dies gilt jedoch nicht, wenn die Versicherungsbedingungen nicht eingehalten werden.“ Die Kündigung des „Gefälligkeitsverhältnisses“ sei damit rechtmäßig. 

Ramona Weise

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