Schildbürgerstreich bei Sanierung

Kurios: Darum ist die Rollstuhlrampe am S-Bahnhof Freiham gesperrt

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Stolz eröffneten Heiko Hamann (DB, v.l.), Christine Strobl, der damalige Minister Zeil und Axel Markwardt von der Stadt den S-Bahnhof. Von Schilda redeten sie damals nicht ...

Beim 102 Millionen Euro schweren Projekt, die S-Bahnhöfe in und um München behindertengerecht zu gestalten, sind kuriose Fehler gemacht worden. Einer davon betrifft den Haltepunkt Freiham.

München - Wie weh ein Stich tut, hängt manchmal auch vom Zeitpunkt ab. Just heute will sich die Staatsregierung für den Spatenstich der zweiten Münchner S-Bahn-Strecke feiern – ausgerechnet da legt der Oberste Rechnungshof (ORH) eine Analyse vor, wonach der Staat beim Bahnhofs-Bau mitunter schlampt.

Beim 102 Millionen Euro schweren Projekt, die S-Bahnhöfe in und um München behindertengerecht zu gestalten, sind kuriose Fehler gemacht worden. Das geht aus dem Jahresbericht der Prüfer vor, der unserer Zeitung vorliegt.

Die Pannen liegen oft im Zentimeter-Bereich, sind für Rollstuhlfahrer aber oft ein großes – oder sogar unüberwindliches – Hindernis. Manchmal sind die Mängel aber so augenscheinlich, dass man sich an den Kopf fasst.

Zum Beispiel bei dem fünf Millionen Euro teuren Bahnhof Freiham, der im September 2013 in Betrieb ging. Als Schildbürgerstreich taugen dabei die nördliche und südliche Bahnsteigrampe: zu steil für Rollstühle, „höheres Unfallrisiko“, jetzt stehen dort Verbotsschilder für Rollifahrer. Über den Begriff „barrierearm“ darf man an dieser Stelle lachen: Er verklärt, dass die Rampen eben kein barrierefreier Zugang sind.

tz

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