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Sofa-Lieferant greift Kunden an

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Wolfgang D. und seine Familie sind froh, dass sie nach all dem Ärger das neue Sofa ohne weitere Zwischenfälle bekamen.
Wolfgang D. und seine Familie sind froh, dass sie nach all dem Ärger das neue Sofa ohne weitere Zwischenfälle bekamen. © Michael Westermann

Mehr als 1000 Euro hat Wolfgang D. (Name geändert) für seine beige Polsterecke beim Versandhaus Quelle bezahlt, Lieferung inbegriffen.

Im Nachhinein hätte sich der 45-jährige Bauingenieur das Geld wohl lieber gespart – denn um das Sofa gab es gewaltigen Ärger: Weil der Lieferant das Möbelstück nicht in die im achten Stock liegende Aubinger Wohnung tragen wollte, griff er Wolfgang D. kurzerhand an!

Zunächst läuft noch alles nach Plan. Pünktlich zum vereinbarten Termin vergangenen Dienstag erscheint ein kräftig gebauter Lieferant mit dem Lift im achten Obergeschoss. Schlecht gelaunt stellt er dann ein Eckteil der Couch im Wohnzimmer ab, erinnert sich Kunde Wolfgang D. „Dann maulte er, er sei nicht verpflichtet, in den achten Stock zu liefern.“

Wolfgang D. berichtet: „Ich habe ihm darauf erklärt, dass die Bestellung mit Quelle abgesprochen war. Dem Versandhaus war bekannt, dass der Lift sehr klein ist und die meisten Möbelteile über die Treppe transportiert werden müssen.“

Da wird der Fahrer der Spedition richtig wütend: Er schubst Wolfgang D. zur Seite und greift sich das gerade erst abgestellte Möbelstück. „Ich habe mich in den Türrahmen gestellt und versucht, mit ihm vernünftig zu reden, aber es war nichts zu machen“, sagt Wolfgang D.

Im Gegenteil – der Lieferant rammt dem verdutzten Kunden mehrmals das Sofateil gegen die Brust. Vier- oder fünfmal, bis Wolfgang D. zur Seite stolpert. Daraufhin stellt der Lieferant das Polsterteil ab. Wolfgang D. hat diesen Moment noch genau vor Augen: „Als ich in sein hasserfülltes Gesicht sah, bekam ich es wirklich mit der Angst zu tun.“

Der Speditions-Fahrer packt den verdutzten Kunden und drückt ihn mit aller Kraft gegen die Küchentür. Wolfgang D. ist sich sicher: „Wäre nicht meine Frau in den Raum gekommen, dann hätte er zugeschlagen.“

So lässt der Brutalo von Wolfgang D. ab, packt das Sofaeck und verschwindet im Lift. „Danach war ich völlig fertig. Ich habe gleich bei Quelle angerufen und alles erzählt“, sagt Wolfgang D.

Im Versandhaus ist man bestürzt über diesen Vorfall. Quelle-Sprecher Manfred Gawlas beteuert: „Dieses Verhalten wird Konsequenzen nach sich ziehen.“ Auch die verantwortliche Speditionsfirma aus dem Kreis Miesbach entschuldigt sich sofort persönlich bei Wolfgang D. „Wir haben dem Lieferanten gekündigt“, sagt der Speditions-Chef der tz. Außerdem hat der Fahrer eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals.

Einen Tag später wurde die Polsterecke übrigens erneut nach Aubing geliefert – dieses Mal ohne Zwischenfälle …

Christoph Lang

Quelle: tz

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