Neuer Stadtteil

Freiham-Nord: Hier sollen 25.000 Menschen siedeln

+
In zwei Phasen soll das größte Neubaugebiet der Stadt in Freiham verwirklicht werden.

München - Im Bezirksausschuss stellt die Stadt ihre Pläne für Freiham-Nord vor – und erntet Kritik für die Verkehrsanbindung.

Der 22. Stadtbezirk Münchens wächst noch stärker als ursprünglich geplant. 25 000 Menschen – also etwa 5000 mehr als anfangs vorgesehen – sollen einmal im neuen Stadtteil Freiham-Nord leben, wie jetzt im örtlichen Bezirksausschuss (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied bekannt gegeben wurde. Damit soll der mit etwa 3400 Hektar zwar flächenmäßig größte Bezirk, aber auch derjenige mit der geringsten Bevölkerungsdichte, deutlich nachverdichtet werden.

Geplant wird das Großprojekt Freiham-Nord, das zwischen Neuaubing und der Autobahn A 99 entsteht, in zwei Realisierungsabschnitten. Im ersten Abschnitt sollen Anfang 2018 die ersten der rund 4400 Wohnungen bezugsfertig sein. Die Vergabe der Flächen sei inzwischen gestartet, gab Susanne Kirgis vom Planungsreferat bekannt. Mit der Fertigstellung rechne man ab 2024. Im Frühjahr 2017 falle mit dem Grundsatz- und Eckdatenbeschluss der Startschuss für den zweiten Realisierungsabschnitt mit weiteren 5000 bis 6000 Wohnungen.

Ein Jahr später könnte die Bauleitplanung starten, sagte Kirgis. Auch für das zweite Bauvorhaben erarbeite man eine soziale, kulturelle und technische Infrastruktur. Entstehen sollen neun Kindertagesstätten und zwei Grundschulen mit bis zu fünf Zügen. Für eine weitere Mittelschule zusätzlich zur Einrichtung in Bildungscampus gebe es ebenso Bedarf. „Die Mittelschulen im Bezirk stoßen deutlich an ihre Grenzen“, sagte Kirgis. Geplant sind ferner ein Jugend- und ein Nachbarschaftstreff. Über zwei Grünfinger werde ein Zugang zum geplanten Park geschaffen.

Viele Fragen und Kritik hagelte es, als die Stadt vorstellte, wie der Verkehr im wachsenden Stadtbezirk geregelt werden soll. Ein Thema, dass Stadtteilpolitiker und Bürger seit Monaten beschäftigt. Wie man sich denn das von den Planern genannte „kompakte Verkehrsnetz“ vorstellen müsse, wollte BA-Mitglied Karin Binsteiner (Grüne) wissen. Wieso die U-Bahn bis Freiham immer noch nicht weiter geplant sei, ärgerte sich ein Bürger. Das Thema U-Bahn werde derzeit geprüft, meinte dazu Stadtplaner Steffen Kercher. Generell wolle man den neuen Stadtteil möglichst ohne großen Verkehrsaufwand „flächeneffizient“ erschließen. Dazu zähle die Anbindung an das übergeordnete Straßennetz, an die Erschließungsstraßen sowie über zwei Anschlussstellen an den öffentlichen Nahverkehr. Zudem gebe es eine Beschlusslage für die Verlängerung der Straßenbahn von Pasing nach Freiham. Was die ebenfalls im Stadtbezirk viel diskutierte Anbindung vom neuen Stadtteil an Aubing betrifft, erhoffen sich Planer und der Bezirksausschuss Lösungen von den drei Bürgerworkshops im kommenden Jahr.

Auch interessant

Meistgelesen

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare

Nozomi07
(0)(0)

Die Diskussion ob U- oder Trambahn dort besser ist, kommt einfach etwas arg spät! Mit einer "Beschlusslage" kann man schwerlich jeden Morgen zur Arbeit pendeln.

Da hätte man mal in die Wiener Seestadt blicken sollen: Ein ähnliches Neubaugebiet. Und die U-Bahn gleich miteröffnet. Hatte auch den Vorteil, dass man die U-Bahn billig oberirdisch führen konnte, wenn sie gleich mit geplant wird.