Landwirt in großer Sorge

Tierschänder in Aubing unterwegs

München - Ein Tierschänder treibt im Münchner Westen sein Unwesen: Er verletzte mehre Kühe, zum Teil so brutal, dass sie geschlachtet werden mussten.

Der Mann ist extrem gefährlich. Daran hat die Polizei keinen Zweifel: Am Stadtrand von München geht ein sadistischer Kuh-Schänder um. Acht Fälle gab es schon, drei zum Teil trächtige Kühe haben diese Attacken nicht überlebt. Der Mann wird offensichtlich von sexuellen Phantasien getrieben. Nicht auszudenken, wenn er sich eines Tages eine Frau schnappen sollte …

Die grauenhafte Serie auf dem alteingesessenen Bauernhof in Aubing begann bereits im Juli. Auf der Kamera-Überwachung des Hofes ist schemenhaft eine männliche Gestalt zu sehen, die in einem kurzärmeligen Hemd und einfachen Schlappen über den Hof schleicht. Sein Ziel: der Kuhstall. Was sich dort drinnen im Halbdunkel abspielte, lässt sich mit Worten gar nicht beschreiben. Der Bauer fand am nächsten Morgen jedesmal ein schwerst verletztes, stets weibliches Tier vor. Die inneren Verletzungen waren zum Teil so schlimm, dass drei Kühe bereits im Sterben lagen oder sofort notgeschlachtet werden mussten. Seit jener Juli-Nacht kam der Täter im Schnitt alle vier Wochen auf den Hof – zuletzt am 7. März. Der Bauer erstattete mittlerweile Anzeige. Weil hier ganz offensichtlich ein Triebtäter am Werke ist, hat das Kommissariat 15 für Sexualdelikte den Fall nun übernommen. Zur Zeit werden sämtliche in Frage kommenden Männer überprüft – darunter auch entlassene Sexualstraftäter, die in der sogenannten HEADS-Datei geführt werden. Nach Einschätzung der Polizei hat der Mann vielleicht schon früher oder eventuell auch parallel zu den Aubinger Fällen bereits andere Ställe oder auch auf der Weide stehende Tiere heimgesucht. Landwirte werden darum dringend gebeten, auch länger zurückliegende Fälle oder auffällige Beobachtungen zu melden. Ob der Sadist auch Frauen gefährlich werden könnte – das weiß zur Stunde niemand. Das Kommissariat 15 ist unter der Rufnummer 089/ 2910-0 rund um die Uhr erreichbar.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Video: Das ergaben die Ermittlungen zum OEZ-Amoklauf
Video: Das ergaben die Ermittlungen zum OEZ-Amoklauf

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion