Auf der Suche nach der Wahrheit

UFO-Sichtung über München? Experte hat einen konkreten Verdacht

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Ist hier ein UFO, ein Luftballon oder etwas ganz anderes zu sehen? Darüber lässt sich diskutieren.

Auf einem Video, das uns ein Leser geschickt hat, ist ein unbekanntes Flugobjekt über Neuaubing zu sehen. Außerirdische über München? Auf der Suche nach einer Erklärung.

Update von Montag, 25. Juni 2018: 

Ein Leser hat sich nach dem Wochenende bei unserer Onlineredaktion gemeldet. Er hat am Donnerstagabend ebenfalls eine seltsame Beobachtung über Neuaubing gemacht. Allerdings schon um 19 Uhr und nicht um 21.45 Uhr. Er hielt es allerdings für eine Drohne, nachdem er das metallische Blitzen von in der Sonne reflektierendem Metall gesehen hat. Doch als er mit dem Auto näher an das Objekt heranfuhr, sei es schlagartig verschwunden gewesen. 

Eine ausführliche Analyse des Gesehenen hat uns ein selbst ernannter Experte der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP) e.V., Hans-Werner Peiniger, zukommen lassen. Er entkräftet die Beobachtung, dass sich das Objekt entgegen der Windrichtung bewegt haben soll: „Das Objekt soll von Neuaubing aus in Richtung Lochham geflogen sein. Das würde einer Flugrichtung Südost entsprechen. Eine Überprüfung der Windrichtung zum angegebenen Zeitpunkt hat ergeben, dass Südostwind herrschte“, sagt er. Außerdem sei im Video eine leicht trudelnde Bewegung zu erkennen. Das deute auf einen windgetriebenen Körper hin. 

Seiner Einschätzung nach handelt es sich also nicht um eine fliegende Untertasse oder eine Drohne, sondern um einen heliumgefüllten Folienballon. Genauer: um einen Zahlen-Ballon mit der Ziffer „Null“. Das würde auch die runde Form mit einem Loch in der Mitte erklären. Letztendliche Aufklärung kann aber wohl nur ein Geburtstagskind aus Neuaubing und Umgebung liefern, das mit dem Davonfliegen des Ballon eine unerwartete Verjüngungskur erlebt haben dürfte.

Die Erstmeldung: UFO-Sichtung über München? Video zeigt seltsames Flugobjekt über Neuaubing

München - Ist den kleinen grünen Männchen das Weltall zu groß geworden, und sie suchen nun in ihren fliegenden Untertassen die bayerische Landeshauptstadt heim? Das zumindest könnte man glauben, wenn man die Videoaufnahmen sieht, die am Donnerstagabend in Neuaubing entstanden sind. In dem Video, das ein Leser unserer Onlineredaktion zugeschickt hat, sieht man einen dunklen Fleck am Abendhimmel, der sich recht unstet bewegt. Das Video ist - wie fast alle Videos von angeblichen UFO-Sichtungen - sehr verwackelt und verpixelt. Trotzdem kann man gut erkennen, wie sich das Objekt vorwärts bewegt. 

Aufgenommen wurde es gegen 21.45 Uhr über Neuaubing. Nach Aussage des Einsenders hat sich das Flugobjekt in Richtung Lochham bewegt. Warum es ausgerechnet Lochham besuchen soll, ist nicht bekannt. 

Unser Leser beschreibt das fliegende Etwas als flach, mit einem Loch in der Mitte - einem Donut nicht unähnlich - und ungefähr so groß wie ein Flugzeug. Auf dem Video ist die Größe allerdings schwer zu verifizieren. Von Insekt vor der Linse bis Jumbojet in der Ferne ist da alles möglich. Es sei außerdem geschwebt, entgegen der Windrichtung. Eine Drohne kann das nicht gewesen sein, da ist sich unser Leser sicher. 

Um zu klären, worum es sich bei dem Flugobjekt handeln könnte, haben wir bei der Deutschen Flugsicherung (Süddeutschland) nach ungewöhnlichen Aktivitäten im Raum München gefragt. Die Antwort von Sprecherin Sandra Teleki ist deutlich: „In dem Raum war nichts Ungewöhnliches auf dem Radar.“ Allerdings schränkt sie ein, dass das Flugzeug, um auf dem Radar zu erscheinen, einen entsprechenden Transponder braucht, der Signale sendet. Auch Flüge nach sogenannten Sichtflugregeln müssten nicht gemeldet werden. Teleki hat sich das Video angesehen und findet es schwierig, aus dem Video auf etwas zu schließen. 

Verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck von dem Flugobjekt: 

Auch in den Tagesberichten von Donnerstag finden sich nach Aussage der Sprecherin keine Hinweise von Piloten auf seltsame Sichtungen. Für gewöhnlich melden die alles, was ihnen in der Luft auffällt: Wenn ein Vogel das Flugzeug trifft oder ihnen ein Luftballon auf seiner Reise gen Himmel begegnet. Doch Fehlanzeige für Donnerstag. Auf Anfrage teilte das Luftfahrtamt der Bundeswehr mit: „Die Auswertung der Radardaten zeigt keine militärische Flugbewegung an dem besagten Abend.“

Hier sieht man, dass um 21.22 Uhr ein Flugzeug über den möglichen Bereich geflogen ist. Zu dem angegebenen Zeitpunkt aber ist nichts zu sehen.

Ein Sprecher der Polizei, bei denen normalerweise einige Bürger anrufen, sobald sich vermeintliche UFOs am Himmel zeigen, sagt auf Nachfrage: „Zum gestrigen Abend haben wir keine dahingehende Meldung vorliegen.“ Hat also an dem Abend zufälligerweise nur eine einzige Person in den Neuaubinger Himmel geblickt? Ein eher unwahrscheinliches Szenario.

Ob es sich bei dem Objekt nun also um ein Ding aus extraterrestrischen Sphären handelt oder doch um etwas harmloses wie eine Flugdrohne, das bleibt also der Fantasie der Leser überlassen.

Seltsame Ringe über München: Jetzt ist die Ursache für das Phänomen geklärt

Olympische Ringe über dem Olympiapark? Ein Foto der Ringe aufgenommen nahe des Olympiageländes. © Armin Forster
Das hier hat Facebook-Userin Jenny Sbark fotografiert. Und zwar in Germering. © fkn
Olympische Ringe über dem Olympiapark? Ein Foto der Ringe aufgenommen nahe des Olympiageländes. © Armin Forster
Olympische Ringe über dem Olympiapark? Ein Foto der Ringe aufgenommen nahe des Olympiageländes. © Armin Forster
Die Aufnahme eines Lesers aus Taufkirchen mit Blick Richtung München. © fkn
Die Ringe von Gilching aus gesehen. Das Foto wurde uns zugesendet von Leserin Christine Weiß.  © fkn
Der Himmel über München-Ramersdorf. Fotografiert von Gordana Goca Mlinaric. © fkn
Mitarbeiterin Tanja Lühr schickte uns dieses Foto aus dem Gewerbegebiet Gelting (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). © fkn
Fotografiert über Peiting von Leser Erich Müller. © fkn
Leserin Claudia Schesser hat die Ringe über Starnberg fotografiert.  © fkn
Anja Baumgartner hat die Ringe im Landkreis Bad Tölz fotografiert.
Anja Baumgartner hat die Ringe im Landkreis Bad Tölz fotografiert. © fkn
Leserin Susanne Wolf schreibt: „Schee war's auch in Landsberg.“
Leserin Susanne Wolf schreibt: „Schee war's auch in Landsberg.“ © fkn

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