Bluttat in der Nacht zum 26. Dezember

Weihnachts-Drama: Aubinger (85) tötet seine demente Frau (84)

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Hartmut G. (85) wohnte mit seiner Frau, seinem Sohn und seinem Enkel in dem Haus.

München - In Aubing hat ein 85-Jähriger in der Nacht zum 26. Dezember offenbar seine demente Frau (84) getötet. Das ist bislang zum Weihnachts-Drama bekannt.

Früher - da wäre das Ehepaar Evi (84) und Hartmut G. (85, Namen geändert) nicht wegzudenken gewesen aus dem Aubinger Gemeindeleben. Hier wuchsen ihre Kinder auf. Hier lebten sie zuletzt alle zusammen mit Sohn und Enkel in dem schmucken Drei-Generationenhaus nahe der Altostraße. Und hier fühlten sie sich daheim, im Burschenverein, am Stammtisch beim „Zwicklwirt“ und den großen und kleinen Festen in der Nachbarschaft. Den Weihnachtsabend und den ersten Feiertag hatte die Familie wie immer weitgehend zusammen verbracht. Doch am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages blieb es in der Wohnung des Senior-Ehepaares still. Zu still.

Um 7.45 Uhr sah der Sohn nach dem Rechten. Ihn erwartete ein schwerer Schock. Zuerst fand er seinen Vater - blutüberströmt mit aufgeschnittenen Pulsadern. Er lebte. Mutter Evi G. dagegen zeigte kein Lebenszeichen mehr. Auch der Notarzt konnte ihr nicht mehr helfen. Der Sohn fand seine Eltern in verschiedenen Räumen.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen der Mordkommission hat Hartmut G. seine pflegebedürftige Frau in der Nacht zum Zweiten Weihnachtsfeiertag umgebracht und wollte dann selbst sterben. Er wurde nach der medizinischen Versorgung seiner Wunden in die Psychiatrie gebracht.

Weihnachts-Drama in Aubing: Das ist bislang über das Ehepaar bekannt

Das Ehepaar war in den 1950er Jahren aus dem Norden Deutschlands nach München gekommen, hatte sich am Rande der wachsenden Großstadt in der neuen Siedlung in Lochhausen niedergelassen. Hartmut G. trat bald dem Aubinger Burschenverein bei, war sogar zweiter Vorstand. Er arbeitete in einer Bäckerei, danach war er bis zur Rente bei der Bahn. Im Dorf wird das Ehepaar als freundlich beschrieben, gesellig. Hartmut G. ging regelmäßig zum Stammtisch ins Gasthaus „Zum Zwicklwirt“, spielte Karten und trank sein Weißbier.

Seit zwei Jahren sei er nicht mehr gekommen, erzählt ein Bekannter. Das lag offenbar an der fortschreitenden Demenz seiner Frau Evi, die schon länger ein Pflegefall gewesen sein soll. „Ich kann sie nicht mehr so lange allein lassen“, hatte er einmal seinem langjährigen Freund und Weggefährten Manfred W. gesagt. W. hat großen Respekt vor der unerschütterlichen Liebe des Freundes zu seiner kranken Frau: „Das waren sehr anständige Leute, sehr hilfsbereit“, sagt W. „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass die Situation derart eskalieren kann.“

Was genau in der Nacht zum 26. Dezember in der Wohnung des Ehepaares geschah und zu welchem Zeitpunkt Hartmut G. seine Ehefrau tötete, ist noch nicht klar. Die Todesursache wird im Rahmen einer Obduktion geklärt.

Kurz nach der Entdeckung des Dramas rasten Notarzt und Polizei in die Siedlung, später untersuchte die Spurensicherung den Tatort. Die Mordkommission ermittelt nun wegen Totschlags. Zu einem öffentlichen Prozess wird es in Anbetracht des hohen Alters und der angeschlagenen Gesundheit von Hartmut G. vermutlich nicht kommen. Als wahrscheinlichstes Motiv gelten Mitleid und Verzweiflung, eventuell auch der Wunsch, niemandem mehr länger zur Last fallen zu wollen. Dieser Zeitpunkt war nun offenbar da.

...wie bei dem Fall im August

In der selben Siedlung schockte bereits im Sommer ein ganz ähnliches Drama die Anwohner. Am 27. August – einem Samstag – lief der unter Alzheimer leidende Rentner Alfred W. (81) mit wirrem Blick und blutverschmierten Händen zu einer Nachbarin und gestand: „Ich habe gerade meine Frau umgebracht. Hast du mal frische Kleidung für mich?“ Das Ende eines Ehe-Dramas, das sich schon lange angebahnt hatte.

Als Alfred W. dement wurde, war seine Ehefrau Lydia (84) zunehmend überfordert gewesen. Oft stritten die beiden lautstark. An jenem Samstag warf Alfred W. seiner Lydia im Wohnzimmer eine Kordel um den Hals und zog diese solange und so fest zu, bis sich die 81-Jährige nicht mehr rührte. Als die Polizei kam, saß er ganz ruhig in einem Sessel. Auch er kam in die Psychiatrie.

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