Wochenmarkt in Aubing

Bitterer Abschied: Stadt kündigt letztem Standl-Betreiber

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Manfred Kohl und seine Tochter Sabine versorgten die Aubinger bis vergangenen Samstag mit frischen Fleisch- und Wurstwaren. Nun ist Schluss.

München - Der samstägliche Wochenmarkt in der Mainaustraße war über 40 Jahre lang eine Institution in Aubing. Seit Samstag ist der Markt nun Geschichte.

Die städtischen Markthallen haben dem letzten Händler, Wurstwaren-Verkäufer Manfred Kohl die Flächen aufgekündigt.

Und das, obwohl ihm in Aussicht gestellt wurde, dass er bis zur Erföffnung des neuen Marktes, der 2016 im Bereich des S-Bahnhofes Leienfelsstraße eröffnet werden soll, weiterhin in der Mainaustraße stehen bleiben kann. Bezirksausschuss-Vorsitzender Sebastian Kriesel machte sich im November 2014 für den Markt stark: „Solange kein neuer Standort gefunden wird, darf der alte nicht aufgegeben werden. Wir wollen keine marktfreie Zeit.“ Acht Monate später sieht die Situation leider anders aus. Die tz hat mit den Verantwortlichen und den Betroffen sowie der Stammkundin Brigitte Gransee gesprochen.

Severin Schötz

Das sagt der Standl-Betreiber:

„Wir hängen total in der Luft. Uns ist versprochen worden, dass der Standort bis 2016 nicht aufgegeben wird. Samstags hatten wir immer um die 150 Kunden, dass sind nicht wenig. Ich stehe schon über 40 Jahre hier mit meinem Wagen und die Leute kommen schon in der dritten Generation zu mir. Da sind richtige Freundschaften entstanden, weil es in der Umgebung ja auch keine Alternativen gibt. Vor allem die älteren Kunden mit Rollator sind auf einen Stand in der Nähe angewiesen. Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergehen soll.“

Das sagt die Stammkundin:

„Der Manfred, seine Tochter und ihr Stand werden richtig fehlen! Seit 1980 wohne ich hier und gehe jeden Samstag zum Wagen und hole mir meine frische Wurst. Im Discounter gibt es ja nur das abgepackte Zeug, so was will doch niemand. Wenn sich der Manfred dort samstags hinstelle könnte, wäre das super. Aber die bemühen sich überhaupt nicht, eine Lösung zu finden. Der Wagen wird einfach unheimlich fehlen. Die ganzen Bewohner können sich gar nicht vorstellen, dass der Wagen jetzt nicht mehr da ist.“

Das sagt das Kommunalreferat:

„Der Wochenendmarkt musste zum 31. Juli gekünigt werden, da es nur noch einen Händler auf dem Markt gab. Leider haben die vielfältigsten Bemühungen auf der Suche nach weiteren Händlern nichts gebracht. Die Kundschaft ist vor Ort sehr rückläufig und nimmt den Markt nicht mehr an. Dennoch sind wir bemüht, in der Region schnellstmöglich einen neuen Markt zu eröffnen.“

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