Überprüfung im Klinikum rechts der Isar

Organvergabe: "Auffälligkeiten" in München

München - Rund zwei Monate nach Bekanntwerden mutmaßlicher Manipulationen bei der Organvergabe in Deutschland sind Prüfer bei neuen Kontrollen auf Auffälligkeiten in München gestoßen.

Die Hoffnung auf ein Spenderorgan – sie hält täglich tausende schwerkranke Menschen am Leben. Sie glauben daran, dass es bei der Vergabe einer Niere, einer Leber oder eines Herzens gerecht zugeht. Umso größer ist die Empörung darüber, dass in Deutschland bei der Pflege der Warteliste offenbar gemauschelt wurde, dass einige Privatpatienten von ihren Ärzten möglicherweise bevorzugt behandelt worden sein könnten. Zwei Monate nach Bekanntwerden der ersten Manipulationen in Göttingen und Regensburg müssen die Ermittler jetzt offenbar auch in München genauer hinschauen.

Die Experten der Prüfungs- und Überwachungskommission hätten in diesem Monat unter anderem das „Leber-Transplantationsprogramm“ des Klinikum rechts der Isar geprüft, teilte die Bundesärztekammer gestern abend mit.

In der Erklärung, die der tz vorliegt, ist von „mehreren Auffälligkeiten“ in der Einrichtung der Technischen Universität in der Ismaninger Straße die Rede. Diese hätten die „Einleitung einer „Sonderprüfung“ erforderlich gemacht, so die Bundesärztekammer. Details nannte sie nicht. „Die Ergebnisse der weiteren Untersuchungen bleiben abzuwarten.“

Eine Stellungnahme aus dem Klinikum rechts der Isar lag gestern bis Redaktionsschluss nicht vor. Dessen Transplantationschirurgie genießt auch unter Experten einen guten Ruf – und das Vertrauen zahlreicher Patienten. Das belegt die OP-Statstik: Demnach haben die Mediziner Rechts der Isar im vergangenen Jahr 121 Organe verpflanzt, darunter 37 Lebern und 78 Nieren sowie sechs Bauchspeicheldrüsen.

Das andere Uniklinikum in Großhadern kam 2011 sogar auf 211 Transplantationen. So setzten die Chirurgen insgesamt 33 Herzen, 71 Nieren, 58 Lungen und 41 Lebern ein. Somit kamen die Kliniken der beiden großen Münchner Universitäten im vergangenen Jahr auf 332 Transplantationen.

Andreas Beez

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