Aufnahmen beim Gänserupfen

Verfahren gegen Tierschützer eingestellt

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Der Prozess gegen den Tierschützer, der Aufnahmen in einem Unternehmen für Bettfedern machte, wurde eingestellt

München - Weil er heimlich in einer Bettfedernfabrik filmte, stand ein 34-Jähriger wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes vor Gericht. Der Richter hat das Verfahren nun eingestellt.

Eigentlich war der Tierschützer vor dem Münchner Amtsgericht angeklagt, doch dann bekam er am Mittwoch Lob vom Richter: „Ich begrüßte ausdrücklich Ihre Arbeit, es bedarf Menschen wie Sie, die sich einsetzen“, sagte Richter Alexander Metz. Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft stellte er das Verfahren gegen den 34-Jährigen wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes durch heimliche Aufnahmen bei einem Unternehmen für Bettfedern ein.

In Deutschland ist die Lebendrupfung von Gänsen untersagt. Dabei werden Mastgänsen 3 Mal und Muttergänsen bis zu 20 Mal in ihrem Leben die Federn ausgerissen. Die so unter anderem in Polen gewonnenen Daunen werden allerdings anscheinend von hiesigen Herstellen nach wie vor verwendet. Dies wurde von einer Tierschutzorganisation vor vier Jahren in einer Reportage aufgedeckt und führte nun zu dem Prozess.

Der Angeklagte soll bei einem Unternehmen in Unterschleißheim bei München die Dokumentation eines Gesprächs unter Mitarbeitern „veranlasst“ haben. Obwohl der Richter die Arbeit der Tierschützer lobte, betonte er auch: „Es ist nun mal Gesetz, dass solche heimlichen Aufnahmen nicht gemacht werden dürfen.“

Angesichts der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten spreche aber alles für eine Einstellung des Verfahrens. Die damit verbundenen Geldbuße von 1500 Euro kommt dem Münchner Tierschutzverein zugute. Einen Teil spendeten Sympathisanten des Angeklagten sofort. Sie hatten vor der Verhandlung am Justizgebäude demonstriert.

dpa/lby

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