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Aufstand gegen BMW-Tunnel in München: Anwohner wollen Auto-Trasse verhindern

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Von: Phillip Plesch

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Den Grünstreifen hinter sich sieht Philipp B. in Gefahr. Denn der müsste wohl einer großen Baustelle weichen, sollten die Tunnelpläne unterm Hasenbergl umgesetzt werden
Den Grünstreifen hinter sich sieht Philipp B. in Gefahr. Denn der müsste wohl einer großen Baustelle weichen, sollten die Tunnelpläne unterm Hasenbergl umgesetzt werden. © Oliver Bodmer

Ein geplanter BMW-Tunnel im Norden von München weckt Widerstand in der Bevölkerung. Anwohner und Aktivisten machen mobil, um diesen Samstag dagegen zu demonstrieren.

München - Proteste waren absehbar, nun kommen sie. Ein möglicher Tunnel unter dem Hasenbergl (nahe der Schleißheimer Straße) erhitzt die Gemüter. Die Anwohner gehen diesen Samstag (23. April) auf die Straße, um gegen die geplante Trasse zu demonstrieren.

Einer der Demonstranten ist Philipp B. Der 21-jährige Student ist am Hasenbergl aufgewachsen. Nun setzt er sich dafür ein, die Siedlung in ihrer jetzigen Form zu erhalten. Denn: Wenn der Tunnel kommt, droht eine jahrelange Baustelle. Ein Grünstreifen sowie Spiel- und Sportplätze müssten wohl weichen. „Und was danach kommt, weiß keiner“, sagt der 21-Jährige.

BMW-Tunnel: Einen Stadtratsbeschluss gibt es bisher nicht

Hintergrund: Der Tunnel ist in erster Linie dazu gedacht, das Forschungs- und Innovationszentrum FIZ Future von BMW an die Autobahn A 99 anzubinden. Das ist auch Wunsch des Autoherstellers, denn bis 2050 sollen auf dem Gelände rund 15 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Grüne und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag eigentlich darauf verständigt, den Tunnel Schleißheimer Straße nicht weiter zu planen. Die ursprünglich ins Auge gefasste Variante hätte durch das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Hartelholz geführt werden müssen.

Durch den Tunnel unterm Hasenbergl sollten Autobahn und das BMW-Forschungszentrum verbunden werden.
Durch den Tunnel unterm Hasenbergl sollten Autobahn und das BMW-Forschungszentrum verbunden werden. © Google Maps

Voriges Jahr gab es dann aber neue Überlegungen – auch weil BMW Druck gemacht hat. Große Teile der SPD würden einen Tunnel nun befürworten. Die Grünen lehnen das Projekt „Tunnel Schleißheimer Straße“ zwar in der ursprünglich vorgesehenen Variante unter dem Naturschutzgebiet weiterhin ab. Wie es allerdings mit einer Trasse unter dem Hasenbergl aussieht, ist noch zu klären. Einen Stadtratsbeschluss gibt es bisher nicht.

Für die Anwohner ist der Tunnel jedenfalls keine Option. Als Geldverschwendung bezeichnet Christine Trompka die potenzielle Zulieferstraße. Sie ist Pressesprecherin und vertritt die Aktivisten des Antikapitalistischen Klappradkollektivs und Antikapitalistischen Klimatreffens. Die Organisatoren der Kundgebung.

Münchner Anwohner protestieren gegen BMW-Tunnel - Kundgebung am Samstag

Philipp B. findet, dass der Tunnel nicht mit den Klimazielen der Stadt vereinbar sei. Einerseits, da Grünflächen plattgemacht werden müssten, und andererseits, weil der Autoverkehr gefördert werde. Anwohner und Klimaschutz-Initiativen fordern stattdessen, den ÖPNV im Norden weiter auszubauen – und die Idylle an der Panzerwiese zu erhalten. „Es ist sehr schön hier, mit den Wiesen und Wäldern – sehr friedlich“, erzählt Philipp B.

Das sieht er in Gefahr. Was die Anwohner zudem stört: Mitteilungen von offizieller Seite habe es einfach nicht gegeben. Nun wollen Aktivisten ihre Stimme erheben. Start der Kundgebung mit Redebeiträgen verschiedener Gruppen ist diesen Samstag um 13 Uhr am Mira-Einkaufszentrum. Von dort ziehen die Demonstranten die Schleißheimer Straße entlang Richtung Norden zu der potenziellen Tunneltrasse. Angemeldet ist der Protest für 80 Menschen. „Ich hoffe aber, dass deutlich mehr kommen“, sagt Philipp B.

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