Münchner CSU will politisches Comeback verhindern

Aufstand gegen Hohlmeier

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Will ein Comeback: Monika Hohlmeier.

Monika Hohlmeier hat keinen eigenen Stimmkreis mehr, nachdem sie vor vier Jahren nach der Wahlfälschungsaffäre fluchtartig den Münchner CSU-Bezirksverband und damit auch ihr Revier Milbertshofen verlassen hat.

Nächsten Samstag soll die 45-Jährige eine Top-Position auf der gemeinsamen Liste der Bezirksverbände München und Oberbayern bekommen: Platz 9 für die Ex-Kultusministerin. So ist es zumindest von den Oberbayern und ihrem Chef Siegfried Schneider geplant – die Münchner Parteifreunde haben gestern erbitterten Widerstand dagegen angekündigt. Vorsitzender Otmar Bernhard, der 2004 von der Strauß-Tochter die Führung übernommen hat, will noch einmal „ein ernstes Wort“ mit seinem Amtskollegen Schneider über die Causa Hohlmeier sprechen. „Wir wollen doch eine vollständig einmütige Liste.“ Und auf der müssten erst Münchner Leistungsträger abgesichert werden, bevor Hohlmeier der Wiedereinzug ins Maximilianeum gesichert wird. Die Münchner Delegierten, die etwa ein Drittel der Versammlung am Samstag stellen, werden jedenfalls gegen eine Nominierung Hohlmeiers auf Platz neun stimmen.

Bernhard erinnert sich, „vorsichtig formuliert, an ein wenig rühmliches Ende“ der damaligen Kultusministerin an der Spitze des Münchner Bezirks. Andere werden deutlicher, etwa Richard Quaas, Kreisvorsitzender München Mitte, der damals von Hohlmeier bedroht worden war. Er ist empört über das schnelle Wiederauftauchen der Skandal-Politikerin. „So, gegen jeden von euch gibt es was“, mit diesem Worten hatte Hohlmeier damals Quaas, Spaenle, Podiuk & Co. vor einer Revolution gegen sie als Chefin gewarnt. All diese Herren erinnerten sich vor dem Landtags-Untersuchungsausschuss gut an diese Szene. Und sie erinnern sich auch heute noch.

Richard Quaas: „Es ist vollkommen unverständlich, dass Monika Hohlmeier den Wählern von der CSU wieder als Landtagskandidatein – und da noch auf einem der vorderen Listenplätze – präsentiert werden soll.“ Das bedeute auch für die „vielen engagierten Helfer im kommenden Wahlkampf ein Glaub­würdigkeitsproblem der Partei, wie mit solchen Skandalen nach Ablauf von ein paar Jahren umgegangen wird.“ Es werde offenbar auf die abgelaufene Zeit und das kurze Gedächtnis der Bürger und Mitglieder gesetzt. Gerade in der derzeitigen Situation der Partei wäre die CSU Oberbayern gut beraten, sich umzubesinnen.

Ein Direktmandat in ihrer Heimatgemeinde Vaterstetten bleibt Monika Hohlmeier verwehrt. Ihr Pech: Dort kandidiert ausgerechnet Sozialministerin Christa Stewens. In den letzten Jahren soll sich Hohlmeier als fleißige Abgeordnete und Volkswirtschaftsstudentin an der Uni Hagen als Haushaltspolitikerin empfohlen haben. Manche sehen in ihr schon die künftige Vorsitzende des Haushaltsausschusses. Dafür muss sie aber erst in den Landtag gewählt werden.

Barbara Wimmer

Quelle: tz

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