Aktuelles von der Traditionsbrauerei

Prozess, Protest, Neukauf: Bei Augustiner schäumt’s

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München - Bei Augustiner-Bräu ist derzeit einiges los. Neben dem Wiesn-Stress beschäftigen die Traditionsbrauerei zwei unangenehmen Geschichten - und eine gute.

Vollmers Hütte ein Schwarzbau?

Wiesn-Wirt Manfred Vollmer hat Ärger.

Augustiner-Wirt Manfred Vollmer (72) ist im Stress – noch ist Wiesn. Deshalb musste er am Mittwoch nicht vor dem Amtsgericht Weilheim erscheinen. Obwohl dort über seine Hütte am Graner Weiher verhandelt wurde. Der Vorwurf: Sie soll ein Schwarzbau sein.

Vollmer hatte den Graner Hof samt Weiher und Ufer gekauft, um ein Wellnesshotel zu bauen. „Aber der See hat ausgesehen wie eine Müllhalde“, so Vollmer. Er ließ alles säubern, die alte Hütte baute er neu – allerdings mit 86 Quadratmetern statt bisher 43 Quadratmetern doppelt so groß. Dafür hatte Vollmer keine Genehmigung. Das Landratsamt verfügte einen Baustopp und forderte den Abriss. Dagegen klagte der Wiesn-Wirt.

Vor dem Amtsgericht gab’s am Mittwoch keine Einigung. Nächste Woche geht’s weiter – dann muss Vollmer da sein, so die Richterin. Dann ist die Wiesn aus.

Klage wegen Gesindehaus

Es das älteste Gebäude Garchings – das Gesindehaus an der Münchner Straße im Ortszentrum, wohl um 1900 errichtet. Augustiner will in dem verfallenen und denkmalgeschützten Haus eine neue Gaststätte bauen – doch die Anwohner wehren sich.

Im November 2013 hatte die Brauerei die Baugenehmigung vom Landratsamt erhalten: Das Wirtshaus soll Platz für 150 Personen bieten, im Biergarten hätten 350 Gäste Platz.

Danach hatte jedoch mindestens ein Anwohner beim Verwaltungsgericht gegen die Baugenehmigung geklagt. Die Angst: zu viel Lärm und Autoverkehr. Jetzt muss das Verwaltungsgericht entscheiden. Ein Urteil steht hier zwar aus, doch am Mittwoch ließ die Richterin erkennen, dass sie der Klage kaum Erfolgschancen einräumt. Ihren Rat, die Klage zurückzuziehen, lehnte der Anwohner ab, Er strebt einen Kompromiss an.

Stiftung kauft Gut Freiham

Das Gut Freiham hat wieder einen neuen Besitzer gefunden. Erst vor etwa einem Jahr hatte Investor Rolf Rossius übernommen – er wollte aufwändig renovieren und die Gutskapelle Heilig Kreuz, die Gastwirtschaft, die ehemalige Brennerei sowie Stallungen instand setzen. 

Laut Informationen der Stadtviertelzeitung Hallo München hat Rossius das Areal nun an die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung (hält die Augustiner-Mehrheit) und an Augustiner verkauft. „Wir haben das Gut vor Spekulanten gerettet und in die besten Hände übertragen“, schreibt Rossius in einer Stellungnahme. 

Grund für den Verkauf: Sein Unternehmen, die Gebrüder Rossius Industrie & Wohnbau, sei mit „weiteren Großobjekten und Entwicklungen mehr als voll ausgelastet“. Im Mai 2014 hatte die Gesellschaft das Gut von der Brau und Grund KG sowie der Interbrau Finanz-Consult GmbH & Co. KG erworben. Über den Kaufpreis war Stillschweigen vereinbart worden. Die ­Renovierung des Guts ist wohl auch Ziel der Stiftung. Sie will schon bald ein Konzept vorlegen.

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