Augustiner & Tegernseer: Jetzt werden die Kultbiere knapp

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Bei den Kult-Biermarken Augustiner (links) und Tegernseer kommt es derzeit in manchen Getränkemärkten zu einem Engpass.

München - München hat Durst! Das Frühjahr war zu warm und trocken, dazu die Riesen-Party zum Champions League-Finale – und jetzt ist das Bier knapp! Bei den Kultmarken Augustiner und Tegernseer kommt es derzeit in manchen Getränkemärkten zu einem Engpass.

„Es tut mir leid, das Augustiner ist aus …“ Diesen Satz muss der Giesinger Getränkehändler Erwin Graf (56) seit etwa drei Wochen regelmäßig sagen. „Beim Finale habe ich rund 150 Kunden enttäuschen müssen. Viele wollten kein anderes Bier – Augustiner ist halt einzigartig“, erzählt Graf.

Und tatsächlich: Die Nachfrage sei gerade besonders hoch, heißt es bei Augustiner. Solch ein Engpass sei für den Beginn der Sommersaison jedoch nichts Ungewöhnliches.Die Brau-Kapazität sei beschränkt und bei der Lagerzeit und der Qualität wolle man keine Abstriche machen. Die Brauerei kann nicht garantieren, dass es nächsten Monat zur EM nicht wieder irgendwo eng wird, versichert aber: Es werde nicht zu einem großflächigen Problem kommen.

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Auch das beliebte Tegernseer Bier wird immer wieder mal knapp – so auch jetzt in manchen Getränkehandlungen. „Die Stammkunden wissen das, und nehmen vorsorglich gerne ein Tragerl mehr mit“, sagt ein Händler zur tz. Dass Bier in München zur Mangelware wird, ist keine Seltenheit. Sowohl im Jahrhundertsommer 2003 als auch während der WM 2006 war der Durst größer als der Ausstoß vieler Brauereien.

Auf die Münchner können sich die Brauer halt verlassen: Gegen den Branchentrend haben die bayerischen Brauereien 2011 zum ersten Mal seit Jahren wieder mehr Bier verkauft. Ihr Absatz stieg laut Bayerischem Brauerbund um 2,2 Prozent auf 2,21 Milliarden Liter. Laut Branchenmagazin Inside haben die drei stärksten Münchner Marken vergangenes Jahr alles zugelegt: Paulaner um 0,4 Prozent auf 2,23 Millionen Hektoliter, Augustiner um 2,6 Prozent auf angeblich 1,296 Millionen Hektoliter und Franziskaner um 9,7 Prozent auf 1,2 Millionen Hektar. Das Tegernseer Brauhaus hat seine frühere Anlage mit einer Kapazität von geschätzten 130 000 Hektolitern gerade erst vergrößert.

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Augustiner und Tegernseer werden ihre Produktion wohl dennoch nie großspurig ausbauen. Sie stehen für Heimat- und Traditionsverbundenheit, machen keine Werbung und kaum Öffentlichkeitsarbeit. Aber genau diese Kontinuität lieben ihre Stammkunden so. Oder wie es Getränkehändler Erwin Graf sagt: „Für ihr Kult-Bier nehmen die Kunden auch mal ein paar Tage Wartezeit in Kauf.“

Nina Bautz

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