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„Ich habe Angst“: Klima-Kleberin meldet sich aus Münchner Zelle - und fürchtet Silvester hinter Gittern

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Von: Lucas Sauter-Orengo

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Die Proteste der „Letzten Generation“ polarisieren. Eine Aktivistin meldete sich jetzt aus einer Münchner Zelle.
Die Proteste der „Letzten Generation“ polarisieren. Eine Aktivistin meldete sich jetzt aus einer Münchner Zelle. © Screenshots Twitter „Letzte Generation“

Die Proteste der sogenannten „Letzten Generation“ polarisieren. Eine Aktivistin landete jetzt in einer Zelle - und veröffentlichte ein Statement.

München - Sie sorgten in den vergangenen Wochen für viel Aufsehen: Die Aktivisten der sogenannten „Letzten Generation“. Besonders in München fanden zuletzt einige Protest-Aktionen statt, meist klebten sich die „Klima-Kleber“ dabei auf die Straße und blockierten somit den Verkehr. Ihr Anliegen: Konsequenter Klimaschutz. Ihr Vorwurf: Die Regierung handle nicht nach wissenschaftlichem Rat, und ignoriere die verheerenden Folgen der Klimaerwärmung. Die bayerische Polizei griff zuletzt jedoch hart durch, Klebe-Aktionen der Gruppe waren gar gänzlich untersagt. Zahlreiche Aktivisten wurden zuletzt nach Protesten in Präventivgewahrsam genommen, jüngst sorgte ein Richter-Spruch für Aufsehen, der zwei Aktivisten bis ins neue Jahr hinter Gitter schickte.

München: Aktivistin mit Video-Statement aus Zelle - „Ich habe Angst“

Aktivistin „Lina“ der „Letzten Generation“ ist ebenfalls in Präventivgewahrsam gelandet. Auf der Twitter-Seite der Gruppe wurde jetzt ein Video geteilt, aufgenommen aus der Zelle der Aktivistin. Dazu schildert „Lina“ ihre Situation: „Ich sitze hier gerade in einer Zelle im Gericht in München,“ beginnt sie ihre Worte. Es werde gleich geprüft, wie lange sie in Haft bleiben müsse für die, wie sie selbst sagt, „friedliche Straßenblockade“. Weiter schildert sie dann ihre Gefühlswelt: „Ich habe Angst, das ist nicht das, was ich machen möchte,“ und weiter: „Die Idee, jetzt über Weihnachten und Silvester eingesperrt zu sein, ist keine, die man leicht fällt. Aber es ist etwas, was ich mache, weil wir die Zeit jetzt nutzen müssen“, so die Aktivistin.

Klima-Aktivistin teilt Video aus Münchner Zelle - Drastische Kommentare folgen

Sie wünsche sich nichts sehnlicher zu Weihnachten als einen „ehrlichen Dialog“, der dafür sorgen kann, dass man sich „ernst nehme“, um „angemessen auf die Klima-Katastrophe reagieren zu können“. Die Kommentare unterhalb des Videos sind größtenteils kritisch. So schreibt ein User: „Ich muss während Weihnachten arbeiten!“. Ein weiterer meint süffisant: „Ich hätte sie über Weihnachten auf der Straße kleben lassen.“ Ein anderer jedoch animiert die Aktivistin und meint: „Ich denke dass du am 24.12.2022
wieder rauskommst. Es liegt keine schwere Straftat vor. Also halte die Tage durch.“

Die Kontroverse rund um die sogenannte „Letzte Generation“ nahm in der Vergangenheit an Fahrt auf. Die Meinungen gehen in Gesellschaft und Politik stark auseinander, auch im bayerischen Landtag ist die Debatte mittlerweile angekommen. Viele der Kritiker unterstützen zwar das Anliegen des Klimaschutzes, kritisieren jedoch die Art und Weise des Protests.

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