SPD schnürt Antragspaket

Ausbau-Offensive bei der MVG: Neue Pläne für Bus und Bahn

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Störanfällig: Das Netz der MVG ist so stark ausgelastet, dass es immer wieder zu Gedränge wegen Pannen kommt.

Der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist neben dem Wohnungsbau eine der größtenHerausforderungen für München. Die SPD-Fraktion hat jetzt ein großes Paket mit Anträgen vorgelegt, mit denen sie Stadt und MVG zu mehr Eile zwingen will.

München - Sie wollen groß denken und sich dabei nicht im Klein-klein des Alltagsgeschäfts verlieren. „Wir diskutieren derzeit leidenschaftlich Einzelprojekte, dabei bräuchten wir erstmal ein Gesamtkonzept, wie es mit dem ÖPNV weitergehen soll“, beklagt SPD-Stadtratsfraktionschef Alexander Reissl. Deshalb haben er und seine Fraktionskollegen ein regelrechtes Konvolut vorgelegt. In den zehn Anträgen lässt die SPD kein Thema außen vor – vom Pendeln über neue U-Bahnen bis zu einer völlig neuen Förderung des Nahverkehrs-Ausbaus. Die Grünen kritisieren den Vorstoß als „Schaumschlägerei“. Zur Beschleunigung der Planungen bräuchte es mehr Stellen im Planungs-, Bau- und Kreisverwaltungsreferat.

(Lesen Sie hier den viel beachteten Gastbeitrag der Aktion Münchner Fahrgäste: „Dieser Nahverkehr ist der 1,5-Millionen-Stadt München unwürdig“.) 

Umland einbinden

Das Wachstum Münchens hört nicht an der Stadtgrenze auf. „Wir brauchen deshalb neue Verbindungen, die helfen, den zunehmenden Pendlerverkehr aufzunehmen“, so die SPD Besonders im Fokus stehen der Nordwesten und der Norden, wo mit MAN, MTU, Krauss-Maffei und BMW große Arbeitgeber ihren Sitz haben. Aber auch über Giesing und Ramersdorf im Südosten wären Verbindungen über die Stadtgrenzen hinweg denkbar. Eine zusätzliche S-Bahn kann sich Reissl hier eher nicht vorstellen, die Kapazitäten seien beim Ausbau der zweiten Stammstrecke gebunden. Dafür könnte auch eine Tram über die Stadtgrenze hinaus fahren. Um die weiteren Planungen zu koordinieren, fordert die SPD eine Nahverkehrskonferenz gemeinsam mit den angrenzenden Landkreisen München, Dachau und Fürstenfeldbruck.

Neue U-Bahnen

Mit einer Fertigstellung der Verlängerung der U5 nach Pasing rechnet Reissl bis etwa 2026. „Damit wir das Netz zügig weiterentwickeln können, brauchen wir ein viertes Mittelfristprogramm, in dem Ausbauprojekte gewertet und gewichtet werden.“ So soll verhindert werden, dass der Ausbau des Netzes ins Stocken gerät. Für die SPD liegt die Priorität klar bei einer neuen Innenstadtlinie U9. „Für die U-Bahn ist dieses Projekt so wichtig wie der Bau der zweiten Stammstrecke für die S-Bahn.“ Bei der CSU ist man anderer Ansicht – hier präferiert man die Außenäste, besonders die Verlängerung der U5 nach Freiham.

Die Busoffensive

Weil der Ausbau von U-Bahn und Tram teuer ist und langsam voran geht, soll eine Busoffensive kurzfristig Entlastung bringen. Dafür sollen bereits im kommenden Jahr mindestens vier neue Express- und Metrobuslinien sorgen. „Diese Linien sind vor allem da sinnvoll, wo wir neue Querverbindungen schaffen können“, sagt SPD-Stadtrat Jens Röver. „Busse müssen schnell und pünktlich sein, damit sie als Alternative zum Auto genutzt werden“, fügt Reissl hinzu. Darum soll die MVG bis Juli ein Konzept vorlegen, auf welchen Express- und Metrobuslinien zeitnah Busspuren eingerichtet werden können. Um diese Pläne zügig umsetzen zu können, sollen die zuständigen Referate mit der MVG eine Taskforce gründen.

Besserer Service

„Wenn die bestehende Infrastruktur durch immer mehr Fahrgäste genutzt wird, steigt die Störanfälligkeit“, sagt Reissl. Ein Beispiel: die Türsensoren in den alten U-Bahn-Zügen. Die MVG müsse mehr tun, um Störungen zu vermeiden. Gleichzeitig sollen die Fahrgäste in solchen Fällen bessere Informationen erhalten, etwa zu Alternativrouten.

Engerer Takt

„Der Zehn-Minuten-Takt ist nicht per se unattraktiv“, stellt Reissl klar. Trotzdem sollen U-Bahn, Tram und Bus dort häufiger fahren, wo der Bedarf vorhanden ist. Die MVG soll sagen, wo und wie Takte verdichtet werden können. Reissl: „Wir wollen keine Taktverbesserung mit der Gießkanne.“

Mehr Geld

Derzeit fördern Bund und Länder nur Neubauten, die ein Plus an Fahrgästen bringen – in München selten der Fall. Die Stadt soll sich für eine Reform einsetzen, fordert die SPD.

Bereits vergangene Woche haben wir über die erneute Preissteigerung des MVVs berichtet. Und so teuer werden die Tickets im Einzelnen

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