Ausbau der Verkehrsüberwachung

Stadt will Temposündern an den Kragen

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Und... k lick: Solche Lasermessgeräte hat nur die Polizei, die auf Hauptstraßen kontrolliert. Das KVR will nun semistationäre Messanlagen für Tempo-30-Zonen anschaffen. 

Die Stadt will verschärft die Geschwindigkeit kontrollieren. Weitere Messfahrzeuge sollen angeschafft werden – um den Verkehr in der „Hauptstadt der Temposünder“ sicherer zu machen.

München - Das hat gesessen. „München ist die Metropole der Temposünder“: So urteilte im vergangenen Sommer der Unfallforscher Siegfried Brockmann, der das Institut für Unfallforschung der Versicherungswirtschaft (UDV) leitet. Seine Studie hatte ergeben, dass in München mehr Raser unterwegs sind als in anderen deutschen Großstädten. Daraufhin forderte die Rathausfraktion der Grünen von der Stadt eine Strategie, Temposünder „umfassender und effektiver“ zu überwachen. In der morgigen Ausschusssitzung stellt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nun dar, was es vorhat.

Die Geschwindigkeitsüberwachung in der Stadt ist aufgeteilt: Die Polizei kontrolliert auf Hauptstraßen, die Kommune in Tempo-30-Zonen. Dazu verfügt die Stadt über fünf mobile Radarmessfahrzeuge, mit denen sie aktuell in rund 275 Straßen unterwegs ist. Ein weiteres Fahrzeug mit neuer Lasertechnik soll noch 2017 angeschafft werden. Zudem gibt es einen stationären Blitzer am McGraw-Graben. Die Polizei kontrolliert stationär und mobil an mehr als 160 Orten, außerdem in Zivilfahrzeugen mit Video – was das KVR für ausreichend hält.

Überhöhte Geschwindigkeit fordert fast die Hälfte der Verkehrstoten

Doch offenbar ist es noch nicht genug, um den Temposündern Herr zu werden. Auch die Polizei bleibt alarmiert: Im Jahr 2015 seien knapp 48 Prozent aller Verkehrstoten in München bei Geschwindigkeitsunfällen gestorben, schreibt das Polizeipräsidium in einer Stellungnahme fürs KVR.

Im Frühjahr 2016 hatte die UDV umfangreiche Messungen in der Stadt durchgeführt. Ergebnisse: In Tempo-30-Zonen ist mehr als jeder dritte Fahrer mit über 35 Stundenkilometern unterwegs. Auf Hauptstraßen fahren 16 Prozent schneller als 55 Stundenkilometer – in Köln nur zwölf, in Berlin nur vier Prozent. Das KVR sieht diese Ergebnisse relativ: In München seien zwar mehr Temposünder, aber in Köln – der „Raserhauptstadt“ – seien sie schneller unterwegs. Dennoch bilanziert das KVR in der Beschlussvorlage: „Auch München hat ein Geschwindigkeitsproblem auf unterschiedlichen Straßen.“ Ein „weiter intensivierter Kontrolldruck“ sei nötig – flächendeckend: Die Polizei stellt auch fest, dass sich Verkehrsunfälle zunehmend nicht mehr an bestimmten Stellen häufen, sondern im Straßennetz verteilen.

Mehr Ausgaben, aber auch mehr Einnahmen durch Bußgelder

Das KVR will nun den Kauf von zwei weiteren mobilen Messfahrzeugen beschließen lassen. Zudem nehme die Stadt an einem Projekt des Innenministeriums teil, bei dem anhand von Überwachungsdaten präventiv Gefahrenpunkte identifiziert werden. Überdies beteilige sie sich an einem weiteren Pilotversuch, für den demnächst „semistationäre Messanlagen“ angeschafft werden sollen: Geräte auf Anhängern, die befristet an sensiblen Orten aufgestellt werden, um das Tempo dort dauerhaft zu reduzieren.

Da für bessere Verkehrsüberwachung auch mehr Personal benötigt wird, plant das KVR mit Mehrausgaben von rund einer halben Million Euro jährlich plus Sachkosten von 280.000 Euro. Dafür rechnet es mit zusätzlichen Erlösen durch Bußgelder: geschätzt 660.000 Euro jährlich.

Meldungen über Raser gibt es in München tatsächlich sehr häufig: Erst vor ein paar Wochen rasten drei Hausmeister mit 110 km/h durch den Landshuter Allee Tunnel.  In der Fürstenrieder Straße wurde erst kürzlich ein Raser mit 119 km/h gefasst.

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