Tödliches Unglück in den USA

Münchner Schüler: Warum stürzte sein Flugzeug ab?

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Der Münchner Austausschüler Alexander V. (16) ist bei einem Flugzeugabsturz im US-Staat Minnesota ums Leben gekommen. Das Bild links zeigt das brenndene Haus, in das sein Flugzeug stürzte.

München - Nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des Münchner Austauschschülers Alexander V. (16) in den USA läuft die Suche nach den Ursachen des Unglücks.

Nach dem tragischen Unglück bleiben Fragen: Warum stürzte das Flugzeug, in dem der 16-Jährige Münchner Austauschschüler saß, über der Stadt Sauk City (US-Staat Minnesota) ab?

Am Freitagabend um 20.26 Uhr (Ortszeit) krachte die einmotorige Propellermaschine in ein Wohnhaus. Bei dem Absturz starb neben Alexander der 60-jährige Pilot. Ein Mann, der das Flugzeug auf das Haus zusteuern sah, rettete sein Leben mit einem Sprung aus dem zweiten Stock. Er blieb unverletzt. Ein Hund verbrannte im Gebäude.

Vor dem Absturz hatten Zeugen beobachtet, wie eine größere Linienmaschine gefährlich nahe neben der Propellermaschine vom Typ Brumwell RV-6 flog. Luftfahrtexperten mutmaßen nun, ob ein Luftstoß der Linienmaschine möglicherweise die einmotorige Maschine, in der Alexander saß, ins Trudeln und zum Abstürzen gebracht haben. Laut der Lokalzeitung "Saint Cloud Times" sahen Zeugen auch, wie eine Art Kasten aus dem herunterkommenden Flugzeug fiel. Mittlerweile steht fest, dass es sich dabei um eine Box handelte, in der das Headset des Piloten aufbewahrt wurde. Diese wurde etwa einen Block von der Absturzstelle gefunden.

Das hat die Zeugin des Absturzes gesehen

Auf dem Lokalsender Fox 9 hat nun eine Zeugin des Absturzes von dramatischen Momenten in der Luft berichtet. Andrea Pocklington sah vom Boden aus, wie die Flugzeuge aufeinander zusteuerten: "So wie sie flogen, sah es aus, als ob sie zusammenstoßen würden, wenn sie ihren Kurs fortsetzen. Dann hat das große Flugzeug nach rechts abgedreht. Und es schien, als würde das kleine Flugzeug nach links abdrehen." Doch die Brumwell RV-6 stürzte ab.

Mittlerweile steht fest, dass es sich bei der großen Maschine um ein Flugzeug der Billigfluggesellschaft "Allegiant Air" handelte. Laut "St. Cloud Times" soll nun der Funkverkehr mit der beiden Flugzeuge mit dem Tower des nahen Flughafens von "Saint Cloud" ausgewertet werden. Dadurch soll geklärt werden, ob die Piloten überhaupt wussten, dass ein anderes Flugzeug in ihren Luftraum kam.

Trauerfeier für Alexander

Am Mittwochabend fand in Saint Cloud, wo Austauschschüler Alexander die örtliche "Technical High School" besucht hatte, eine Trauerfeier statt. Ausgerechnet an dem Tag, an dem die Rückkehr des 16-Jährigen nach München vorgesehen war.

"Es ist immer noch schockierend", sagte Alexanders Mitschülerin Ivy Sandstrom (17) der "Saint Cloud Times" nach der Trauerfeier. Sie lebt in der Nähe des Hauses, in das das Flugzeug stürzte. Ivy und ihre Schulkameradin beschreiben Alexander als lustigen und freundlichen Menschen, der nichts und niemandem etwas zuleide tun würde.

Aus einem öffentlichen Nachruf geht hervor, dass Alexander seit fünf Jahren mit einer Familie in München lebte. "Schon als kleiner Junge wusste Alexander, dass er eines Tages nach Amerika kommen wollte", heißt es darin. Seit August 2013 lebte er in Saint Cloud. In seiner Schule war der sportliche 16-Jährige Mitglied der Fußball- sowie der Leichtathletikmannschaft.

Auch Alexanders Fußballtrainer Nantha Viswanathan ist fassungslos. "Wir wussten ja, dass er uns bald verlassen würde" sagt er dem "Minnesota Star Tribune". Aber wir hätten nie gedacht, dass es auf diese Weise passieren würde.

fro

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