tz-Bürgeranwalt berät

Auto angezahlt: Das Geld ist weg

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Das Geld ist weg: Marija Anic und Bürgeranwalt Gaiser.

München - Am Freitag kümmert sich der tz-Bürgeranwalt um Fragen rund um das Recht. Bei Marija Anic hat er leider schlechte Nachrichten. Ihr Geld wird sie nicht erklagen können.

Mein Mann und ich haben auf der Automeile Nürnberg-Fürth ein Auto für mehr als 7000 Euro gekauft und mit 500 Euro anbezahlt. Als wir zu Hause waren, bekamen wir Zweifel und wollten von dem Kauf zurücktreten, zumal wir das Auto nicht mitgenommen hatten. Der Verkäufer aber schrieb uns, er werde das Fahrzeug wieder zum Verkauf anbieten und unsere Anzahlung einbehalten. Das ist doch nicht in Ordnung! Bitte helfen Sie uns. 

Marija Anic (30), Verkäuferin aus München

Wir schalteten die Juristin Esther Jontofson von der Verbraucherzentrale Bayern ein. Sie erklärte uns, dass es sich um einen rechtsgültigen Vertrag handle, wenn ein mündlicher Vertrag geschlossen worden sei und eine Anzahlung geleistet wurde. Leider habe der Händler in diesem Fall auch das Recht auf Erstattung seines Verlustes durch den Rücktritt der Käufer. Bei einer Kaufsumme von 7000 Euro könnten das durchaus 500 Euro sein. Es gebe Urteile, so die Juristin, die Verkäufern bis zu 30 Prozent des Kaufpreises als entgangenen Gewinn zubilligen.

Allerdings gibt es einen theoretischen Weg, die 500 Euro wiederzubekommen, so Esther Jontofson: „Man müsste dem Verkäufer nachweisen, dass er keinen Verlust erlitten hat. Das ist aber sehr schwer. Dazu müsste man wissen, an wen der Händler das Fahrzeug später verkauft hat und ob der Preis dann wirklich genauso hoch oder gar höher war als beim ersten Käufer.“

So schlimm die Sache für die werdende Mutter von Zwillingen und ihren Mann also ist, die Anzahlung ist mit großer Wahrscheinlichkeit verloren. Denn der geforderte Nachweis ist praktisch nicht zu erbringen.

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