Auto-Mord: Wut und Tränen bei der Lorenzos Beerdigung

Mehr als 700 Trauernde nahmen Abschied von Lorenzo.

München - Der erst 17 Jahre alte Lorenzo wurde erschossen, als er in Fulda ein Auto kaufen wollte. Mehr als 700 Trauergäste haben am Donnerstag unter Wut und Tränen Abschied genommen.

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Die Sonne begleitete Lorenzo (17) auf seinem letzten Weg. Sie brach plötzlich durch den dichten Hochnebel, als sein Sarg aus der Aussegnungshalle am Nordfriedhof getragen wurde. Gefolgt von einer großen Trauergemeinde. Mehr als 700 Verwandte und Freunde waren am Donnerstag gekommen, um sich von jenem jungen Mann zu verabschieden, der am vergangenen Freitag in Fulda erschossen wurde, als er zusammen mit einem Freund ein Auto kaufen wollte und vom vermeintlichen Verkäufer in einen tödlichen Hinterhalt gelockt worden war.

Bilder vom Tatort

Münchner (17) bei Autokauf in Fulda erschossen

Die Aussegnungshalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, fast zweihundert Trauernde blieben auf dem Hof davor stehen. Unter ihnen auch Cousin Marius. „Wir sind alle geschockt, können einfach nicht glauben, dass Lorenzo aus unserer Mitte gerissen wurde.“ Seit sechs Tagen hat Marius fast kein Auge zugemacht. Noch in der Tatnacht ist er mit Verwandten von München nach Fulda gefahren. Er hat sich um Alin gekümmert, der bei den tödlichen Schüssen dabei war – und seinem Freund doch nicht helfen konnte.

Lorenzo fand seine letzte Ruhe auf dem Nordfriedhof.

„Bei uns gibt es einen großen Zusammenhalt, wir unterstützen einander“, sagt Marius. Die Trauerfeierlichkeiten fanden am Donnerstag ihren Abschluss. Zuvor hatten die Mitglieder der großen Familie drei Tage in einem Gasthof um Lorenzo getrauert. „Es sind viele Verwandte aus Italien, Frankreich, Rumänien, Belgien und sogar aus den USA gekommen“, berichtet Marius.

Sie gedachten eines jungen Mannes, der viel zu früh aus dem Leben gehen musste. „Lorenzo war ein besonderer Mensch. Sehr verantwortungsvoll, sehr liebenswert“, sagt Cousin Marius. Am offenen Grab, das mit unzähligen Blumenkränzen geschmückt war, ließen viele beim Anblick von Lorenzos Foto ihren Tränen freien Lauf.

Ein Video zur Festnahme sehen Sie bei hna.de

Vor wenigen Tagen hatte Lorenzo doch noch mit ihnen gelacht, war seiner kleinen Tochter ein liebevoller Papa gewesen. Dann war er am Freitagnachmittag mit seinem Freund Alin mit dem Zug nach Fulda gefahren. Über das Internet hatte Alin einen VW Bus gefunden, wollte sich mit dem Verkäufer treffen. Am Bahnhof erwartete die beiden Oliver P. (38), der vorgab, der Schwager des Verkäufers zu sein. Gemeinsam fuhren sie ein paar hundert Meter zu einem Hinterhof. Dort schoss Oliver P. sechsmal auf den 17-Jährigen. Offenbar hatte der Täter geglaubt, Lorenzo habe die vereinbarte Kaufsumme für den Bus von 14 800 Euro bei sich.

Der mutmaßliche Täter flüchtete nach den tödlichen Schüssen mit seinem schwarzen BMW Kombi. Er konnte von der Fuldaer Mordkommission am Montagabend bei einer Geburtstagsfeier festgenommen werden und sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

JAM

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