Der Münchner Schilderwald wird immer dichter

Autofahrer blicken nicht mehr durch

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An der Stadtgrenze muss sich der Autofahrer in der Tegernseer Landstraße in einem Gewirr von 27 Schildern zurechtfinden.

München - In Deutschland gibt es 20 Millionen Verkehrsschilder. Rein statistisch steht alle 27 Meter eines. In München gibt es keine Statistik darüber.

Ein Blick in die Tegernseer Landstraße beweist aber, dass es wesentlich mehr als im Bundesdurchschnitt sein dürften: Auf wenige Meter sind hier gleich 27 Schilder verteilt. Und ständig kommen neue Tafeln hinzu: Etwa für die Umweltzone mussten viele neue Schilder aufgestellt werden. Und auch jede neue Anwohnerparkzone bringt hunderte neuer Tafeln mit sich.

Einer ADAC-Umfrage zufolge finden 72 Prozent der deutschen Autofahrer, dass es zu viele Hinweisschilder gibt. Sie fühlen sich vom Schilderwald auf den Straßen überfordert. Häufig kennen sie die Bedeutung der Hinweise nicht einmal. Der ADAC fordert, den Schilderwald zu lichten, insbesondere dort, wo zu viele an einer Stelle stehen. Auch sollten insgesamt weniger Wegweiser aufgestellt und die Zeichen klarer gestaltet werden.

Doch in München geschieht das Gegenteil: Voriges Jahr wurden 700 neue Hinweisschilder für Fahrradfahrer aufgestellt. 300 weitere Tafeln kamen hinzu, weil der Mittlere Ring für Transit-Lastwagen gesperrt wurde. Die Umweltzone, die zum 1. Oktober eingeführt wurde, brachte an über 300 Stellen neue Tafeln mit sich – nicht nur der Anfang der Umweltzone wird angekündigt, auch das Ende, was bei manchen Politikern wie FDP-Rathauschef Michael Mattar für Kopfschütteln sorgt. Der ADAC-Umfrage zufolge stiften gerade die Hinweisschilder zu den Umweltzonen in vielen Städten Verwirrung. Fast ein Drittel der Befragten Europäer weiß nicht genau, was man beim Einfahren in eine Umweltzone beachten muss.

Muss dieser Schilderwald denn wirklich sein? Christopher Habl, Sprecher des Kreisverwaltungsreferates, erklärt: „Prinzipiell haben wir die Zahl der Verkehrsschilder immer im Blick. In den Anwohnerparkzonen wurden wir vom Gesetzgeber gezwungen, kleinteilige Gebiete auszuweisen. Das bringt eine hohe Zahl an Schildern mit sich. Zuvor standen in den Parkzonen allerdings auch schon viele Schilder.“ Auf die Umweltzone müsse nun mal an jeder Einfallstraße hingewiesen werden.

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Michael Haberland vom Verein Mobil in München e.V. fordert: „Wir brauchen eine runden Tisch, an dem sich alle Verantwortlichen zusammensetzen, um den Schilderwald zu lichten.“

Haben Sie sich auch schon über überflüssige Verkehrsschilder geärgert? Dann schreiben Sie uns unter: lokales@tz.de

we.

Quelle: tz

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