Autofahrerin: Bub (7) angefahren und beschimpft 

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Noch zur Beobachtung im Krankenhaus: Der siebenjährige Asllan Haliti erlitt Prellungen am Körper und Verletzungen am Kopf.

München - Eine ältere Dame hat am Montagabend in München einen siebenjährigen Bub angefahren. Sie beschimpfte das Kind und fuhr einfach weiter. Nun läuft die Fahndung nach der Frau.

Eine unbekannte Frau hat am Montagabend in Milbertshofen einen siebenjährigen Buben angefahren – anschließend beschimpfte sie das blutende Kind und fuhr weiter. Nun läuft die Fahndung nach der Flüchtigen. Der verletzte Bub liegt noch im Krankenhaus.

Über die Weihnachtsfeiertage war Asllan Haliti mit seinen Eltern zu Verwandten nach München gekommen – seit Montagabend muss der Bub jedoch im Krankenhaus liegen. „Zur Beobachtung“ – wie die Ärzte sagen. Denn neben schweren Prellungen und Schürfwunden hat der Siebenjährige auch eine Platzwunde am Kopf davongetragen. Der erste Schock ist überwunden – das Geschehene macht die Familie jedoch noch immer fassungslos.

Nach den Erzählungen von Asllan und seiner Cousine Florentina waren die beiden gegen 19.30 Uhr auf der Schleißheimer Straße zum Einkaufen unterwegs. Auf Höhe der Hausnummer 340 querten sie die Fahrbahn. Während die elfjährige Florentina auf der Straßenmitte stehen blieb, ließ Asllan plötzlich ihre Hand los und lief über die Straße.

In 582 Fällen lassen Unfallflüchtige auch Opfer verletzt zurück

Als das gelbe Auto vor ihm auftauchte, rettete er sich mit einem Satz, wurde jedoch noch leicht am Fuß gestreift und zu Boden geschleudert. Die Fahrerin blieb stehen und öffnete die Autotür. Doch anstatt sich um das Wohl des Kindes zu kümmern, beschimpfte sie den Schüler – und fuhr einfach weiter. Florentina führte ihren blutenden Cousin in die nahe Wohnung ihrer Eltern. Die alarmierten die Polizei.

Auch für Fritz Dieterich ist das ein besonders skrupelloser Fall. Obwohl der Leiter der Unfallflucht-Fahndung der Münchner Polizei täglich mit solchen Geschichten betraut ist. 47 220 Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich des Münchner Polizeipräsidiums. Bei 12 485 davon machte sich der Verursacher einfach aus dem Staub – also bei etwa jedem vierten Unfall. Beim weit überwiegenden Teil handelt es sich zwar „nur“ um Sachschäden, oft sogar nur um sogenannte Parkrempler mit kleinen Beulen. Aber in 582 Fällen ließen Unfallflüchtige auch Opfer verletzt zurück – teils sogar Schwerverletzte. Der Gründe dafür? Oft wollen die Leute nicht ihren Versicherungsrabatt riskieren, mitunter ist auch Trunkenheit im Spiel – eher selten ist laut Dieterich Panik der tatsächliche Grund.

Juristische Konsequenzen drastischer als sonst

Selbst stellt sich nach einer Fahrerflucht kaum jemand – so die Erfahrung Dieterichs. Dabei ist die Gefahr, von den Ermittlern doch noch überführt zu werden, relativ hoch. Etwa jeder zweite Unfallflüchtige in München konnte in den vergangenen Jahren nachträglich ermittelt werden – über Augenzeugen, Spurenanalyse oder auch Ermittlungen bei Werkstätten. Die juristischen Konsequenzen sind in diesem Fall ungleich drastischer, als wenn man sich gleich der Verantwortung stellt.

Im aktuellen Fall sucht die Polizei eine etwa 35 Jahre alte Frau, die sehr dick sein und kurze, schwarze Haare haben soll. Laut den Kindern sprach sie deutsch und war wohl alleine in dem gelben Kleinwagen unterwegs. Das Unfallkommando bittet unter der Telefonnummer 089/62 16 33 22 um Zeugenhinweise auf die Fahrerin oder zum Unfallhergang.

Von Sven Rieber

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