Renault übernimmt Filiale und Leute

Autohaus Hans Hanauer gerettet

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Der Münchner Niederlassungsleiter Thomas Gläsel (l.) und Deutschland-Chef Angel Souto vorm Autohaus Hans Hanauer

München - Monatelang waren die Mitarbeiter des Renault-Händlers Hans Hanauer in der Wasserburger Landstraße nah am Wasser gebaut – doch seit 1. Mai gibt es Freudentränen!

Die Renault Retail Group Deutschland übernimmt den Betrieb der Hans Hanauer GmbH im Münchner Osten. Die 20 Mitarbeiter und fünf Auszubildenden dort behalten ihre Arbeitsplätze. „Für die Kunden ändert sich eigentlich nur der Name auf dem Briefkopf“, sagt Niederlassungsleiter Thomas Gläsel. „Wir waren der Meinung, dass wir den Standort brauchen und ihn deshalb erhalten wollen.“ Erleichterung auch beim Noch-Chef Wolfgang Hanauer, der im Februar die Liquidation verkündet hatte, weil das Geschäft nicht mehr lief. Bei einer Liquidation werden im Gegensatz zur Insolvenz alle Verträge und Verpflichtungen gegenüber Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern erfüllt. Hanauer hatte das aus seinem privaten Vermögen finanziert.

„Ich bedanke mich bei allen Kunden und Mitarbeitern für jahrelange Treue und Loyalität“, teilte Hanauer mit. Seit 2006 werden bei Hanauer auch Wagen der Marke Dacia verkauft – auch das wird so weitergeführt. „Die Ausstattung des Hauses“, so Gläsel, „und das Know-how der Mitarbeiter passen perfekt zu unseren hohen Standards als Niederlassung. Gemeinsam mit unseren neuen Kollegen und Kolleginnen werden wir alles daran setzen, dass die Münchner Kunden der Marken Renault und Dacia auch zukünftig immer voll und ganz zufrieden sein können.“

Das traditionsreiche Autohaus Hanauer gehört zu den bekanntesten Autohäusern Münchens. Wie der Liquidator Wolfgang Kottenberg mitteilte, seien die Filialen an der Leonrod- und der Hilblestraße inzwischen geschlossen. Für die Immobilien würden Investoren gesucht. Für die zehn Mitarbeiter suche man neue Arbeitsplätze. Fest steht: Am Samstag und Sonntag gibt’s einen Tag der Offenen Tür – an der Wasserburger Landstraße wird dann der neue Renault Capur eingeführt.

Hanauer hatte 1948 mit einer kleinen Werkstatt an der Türkenstraße angefangen – was folgte, war ein Stück Erfolgsgeschichte der Münchner Nachkriegszeit. Zehn Jahre nach der Gründung wurde der Betrieb Vertragspartner von Renault. Seit 1974 leitet der Sohn des Gründers, Wolfgang Hanauer, das Unternehmen. Seit Jahren allerdings schreibt das Autohaus rote Zahlen, die Hanauer mit eigenem Geld ausglich. Eine Chance auf Besserung sah er nicht mehr.

tz

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