Autokauf-Mord geklärt! Täter bei Geburtstags-Feier festgenommen

Fulda/München - Die tödlichen Schüsse auf den 17-jährigen Lorenzo M. aus München bei einem vorgetäuschten Autoverkauf in Fulda sind weitgehend aufgeklärt: Der mutmaßliche Täter wurde bei einer Geburtstags-Feier festgenommen.

Am Freitag soll er den 17-jährigen Lorenzo M. mit sechs Kugeln hingerichtet haben, am Montag sitzt er bei Kaffee und Kuchen mit seiner Freundin im 640-Seelen-Dorf Verna bei deren Tante, die ihren Geburtstag feiert. Und vor der Tür haben die beiden ihren schwarzen BMW-Kombi geparkt – mit Konstanzer Kennzeichen.

Als der 38-Jährige die Geburtstagsfeier verlassen und in sein Auto einsteigen will, stürzt sich ein Polizei-Einsatzkommando auf ihn, stülpt ihm einen Sack über den Kopf, schmettert ihn zu Boden. „Alles ging ganz schnell“, berichtet eine Nachbarin der Zeitung HNA. Festnahme wegen Mordverdachts!

Münchner (17) bei Autokauf in Fulda erschossen

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Wie die Polizei den Täter schnappte

Polizei hat Auto-Mörder von Lorenzo (17) gefilmt

Fahndungserfolg beim Auto-Mord am Münchner Lorenzo M. (17) in Fulda: Die Polizei hat den mutmaßlichen Killer und seine Freundin noch am Montag gegen 19 Uhr verhaftet. Gegen den arbeitslosen 38-jährigen Deutschen erging Haftbefehl wegen Mordes und versuchten schweren Raubes. Der Mann aus der mittelhessischen Fachwerkstadt Grünberg äußerst sich nicht zu der Tat. Die Polizei kennt den Verdächtigen bereits wegen eines Vermögensdelikts und Körperverletzung.

Ein Video zur Festnahme sehen Sie bei hna.de

Das Einsatzkommando nahm auch seine 30-jährige Freundin auf dem Geburtstag der Tante fest. Ihr werfen die Ermittler Beihilfe zum versuchten Raub vor. Der Staatsanwalt will noch entscheiden, ob er Haftbefehl beantragt. Der mutmaßliche Mörder ging den Ermittlungen zufolge äußerst akribisch vor: Am Donnerstagabend stellt er in einem Internet-Café in Fulda einen VW Bus T5 zum Verkauf auf ein Portal. Zunächst verlangt er 17 000 Euro für ein Auto, das es gar nicht gab. Seine beiden Handynummern stellen sich hinterher als fingiert heraus. Das Pech des Lorenzo M. aus Neuaubing ist, dass er das Schnäppchen als erster erkennt. Seine Familie handelt in München mit Gebrauchtwagen. Noch am Abend ruft er den vermeintlichen Anbieter an, der sich bereitwillig auf 14 800 Euro herunter handeln lässt.

Am Freitag will der Bursche das Auto in Fulda gegen 18.15 Uhr mit seinem Schwager Alin C. (19) bar bezahlen und abholen. Auf dem Parkplatz eine Kinderhauses fallen die tödlichen Schüsse aus einer Neun-Millimeter-Pistole. „Ein außergewöhnliches Verbrechen aus dem Nichts“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt in Fulda, Peter Gast.

Letztlich führt eine perfekte Beschreibung des Fluchtwagens die Ermittler zum Erfolg – zusammen mit der Videokamera am Fuldaer Bahnhofsvorplatz: Die filmt gestochen scharf mit, als der mutmaßliche Mörder sein Opfer vom Bahnhof abholt (tz berichtete). Lorenzos Schwager Alin C. identifiziert den Verdächtigen, nachdem er sich unverletzt in eine Tankstelle flüchten kann, die Polizei stellt das Foto und ein Phantombild ins interne Netz.

Am Montag überschlagen sich die Ereignisse: Erst erkennt ein Beamter den Gesuchten als Sportkamerad aus dem Verein in Grünberg. Zwischenzeitlich geht eine Sichtung des BMW aus dem 70 Kilometer nördlichen Frielendorf ein. Der 38-Jährige kutschiert seine Freundin im bundesweit gesuchten Fluchtauto zur Tante im Ortsteil Verna! Der mutmaßliche Mörder fährt mit Konstanzer Kennzeichen herum, weil der Wagen auf seine Mutter am Bodensee zugelassen ist …

Die Tante beschreiben alle im Dorf als ganz liebe Dame in den Sechzigern, die ihren Mann vor Jahren verloren hat. Die Witwe ist auch am Tag nach ihrem Geburtstag schwer geschockt.

tz

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