Millionen-Schaden: Die „Deckenbande“ schlägt Autos ein

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Navi weg, alles voller Glassplitter: So sieht es aus, wenn die Deckenbande zugeschlagen hat.

München - Seit 2008 sucht eine Diebes-Bande immer wieder Münchner Tiefgaragen heim. Doch noch immer hat die Polizei keine Hinweise auf die Täter, die mittlerweile einen Schaden von mehr als einer Million Euro verursacht haben.

Wenn der Schlüssel plötzlich nicht mehr passt, die Türschlösser zur Tiefgarage mit Holzspänen oder Papier blockiert sind oder gar Fremde sich im Anwesen herumtreiben – dann dürfen Sie wirklich keine Sekunde mehr zögern. Rufen Sie über Notruf 110 sofort die Polizei. Denn dann ist die so genannte „Deckenbande“ wahrscheinlich schon sehr nahe: Seit dem Frühjahr 2008 sucht eine Einbrecherbande große Münchner Anwohner-Tiefgaragen im gesamten Stadtgebiet und auch im Landkreis heim. Ihre Spezialität: Sie bauen fest installierte, hochwertige Navigationsgeräte aus – überwiegend aus VW, Audi und Mercedes. In mittlerweile 53 Tatnächten fielen ihnen bereits rund 350 Geräte in die Hände, die offenbar auf dem Schwarzmarkt reißenden Absatz finden. Der Sachschaden erreicht inzwischen die Millionengrenze.

Roman Lutz mit einem Navi und der Tatdecke.

Die Täter schlagen stets eine Seitenscheibe ein, legen in der Tiefgarage herumliegende Decken, Laken, Abdeckplanen oder Fußmatten über die Glasbruchkante und bauen dann bäuchlings im Fahrzeug hängend die Navis aus – eine Sache von Sekunden, wenn man das richtige Werkzeug hat. Und das haben diese Täter offensichtlich: „Wir haben es hier mit Profis zu tun. Die kriegen wir nur, wenn rechtzeitig ein Hinweis aufmerksamer Bürger eingeht“, erklärt Roman Lutz, Leiter des zuständigen Kommissariates K 55. Möglicherweise schlupfen die Täter auch hinter ein- oder ausfahrenden Autos in die Garage. In anderen Fällen liefen sie dreist durchs Haus und brachen Zwischentüren auf.

Roman Lutz: „Es ist sehr wichtig, dass Sie nichts verändern, wenn Ihnen etwas Verdächtiges auffällt.“ Niemals sollten Bürger zudem versuchen, die Täter selbst zu stellen. Am besten ist es, ruhig wegzugehen und dann sofort die Polizei zu rufen.

Dorita Plange

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