Gutachten: Mängel waren früh erkennbar

Amtlich! Bau-Pfusch bei der Müllabfuhr

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Da stand sie noch, die Garage der neuen Müllabfuhr-Zentrale: 1999 wurde sie eröffnet - 2006 stürzte die Decke ein.

München - Beim Bau der Zentrale des Abfallwirtschaftsbetriebs AWM ging einiges schief. Nun ist durch einen Gutachter bestätigt, dass die Mängel früh erkennbar waren. Die CSU schiebt der Stadt den schwarzen Peter zu.

Wer trägt denn nun Schuld am Bau-Pfusch in der Müllabfuhr-Zentrale? Der kostet die Gebührenzahler insgesamt rund 32 Millionen Euro. Jetzt liegt das vermutlich letzte und damit endgültige Ober-Ober-Gutachten vor. Doch die Fronten bleiben klar: Die CSU sieht Versagen bei der Stadt, die Verwaltung selbst nicht. Dabei erhebt das neue Gutachten schwere Vorwürfe: Die meisten Mängel waren schon früh erkennbar!

Ende 1999 nahm der Abfallwirtschaftsbetrieb AWM die Zentrale am Georg-Brauchle-Ring in Betrieb. Schon kurz danach wunderte man sich über Wasser, das in die Tiefgarage eindrang. 2002 wurden Risse und Undichtigkeiten repariert. Ohne Erfolg: 2010 musste die Tiefgarage saniert werden. Immer mehr salziges Tauwasser war in die Wände eingesickert.

Wer konnte wann was wissen? Das sollten die Sachverständigen des Leipziger Unternehmens HJW+Partner klären. Ihr Ergebnis ist eindeutig: Zu dem Skandal führten Fehler schon in der Planung, beim Bau und bei der Überwachung. „Die Planungsmängel wären bei einer sachkundigen Prüfung der Planungsunterlagen bereits vor Bauausführung erkennbar gewesen“, schreiben die Gutachter. Das gelte auch für die Ausführungemängel. Auch nach der Fertigstellung hätten Fachleute aufgrund der Lecks früh auf Schäden an der Garagendecke schließen müssen – dann wären die Kosten geringer ausgefallen.

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Die CSU sieht sich bestätigt: „Jetzt ist erwiesen, was wir die ganze Zeit vermutet hatten: Verantwortlich für diesen historischen Baupfusch ist die Stadt“, sagt CSU-Fraktionsvize Hans Podiuk. Den Schaden müsste eigentlich die Stadt und nicht die Gebührenzahler tragen.

Aber auch die Stadt fühlt sich bestätigt: Die Mängel bei Planung, Ausführung und Überwachung liegen in der Verantwortung der Architekten, erklärt die Müllabfuhr. Immerhin stellt man fest: „Die Planung und Ausführung von komplexen Bauwerken muss seitens der Stadt noch viel genauer und kritischer begleitet werden.“ Das Baureferat verweist auf den Teil des Gutachtens, nach dem die Ursachen erst dann erkennbar waren, als die Garantie leider schon abgelaufen gewesen sei.

David Costanzo

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