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Müllabfuhr: Stadt bleibt beim Trinkgeld hart

München - Jahrzehntelang haben die Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr ein ansehnliches Trinkgeld von den Bürgern bekommen. Jetzt will der Personalrat die Rückkehr des Brauchs - doch die Stadt bleibt hart.

Jahrzehnte lang war es bei der Müllabfuhr Brauch, dass die Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr AWM zum Jahreswechsel von Haus zu Haus gingen, um den Bürgern ein gutes neues Jahr zu wünschen – üblicherweise bekamen sie dabei ein ansehnliches Trinkgeld. Diese durch ­eine Ausnahmegenehmigung gedeckte Praxis wurde im Dezember 2008 vom AWM verboten, nur noch die Annahme von Sachgeschenken mit einem Wert von maximal 15 Euro ist seitdem erlaubt (tz berichtete). Die Stadt begründete das Verbot damals mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz, der allen Mitarbeitern der Stadt die Annahme von Trinkgeldern verbiete.

Bei den Männern von der Müllabfuhr war dieses Trinkgeldverbot naturgemäß nicht sehr willkommen, aber auch Bürger fragten immer wieder nach, warum sie den Müllmännern nicht ein paar Euro zum Jahresende zustecken dürfen. Jetzt – genau genommen am 12. Dezember – schrieb der Personalrat des AWM an OB Christian Ude einen Antrag, nachdem den Müllmännern die Annahme von Geldgeschenken wieder erlaubt werden soll. „Trinkgeld ist in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Bestandteil des zwischenmenschlichen Miteinanders, der die Zufriedenheit der Kunden zum Ausdruck bringt“, so die AWM-Vizepersonalratsvorsitzende Sigrid Pickhardt. Auf das „aktive Sammeln“ von einst wolle man künftig verzichten.

Doch aus der Rückkehr des Weihnachtstrinkgeldes wird nichts. AWM-Chef Helmut Schmid zur tz: „Hätten die Mitarbeiter schon damals vor dem Verbot auf das aktive Sammeln verzichtet, wäre die Sache mit dem Trinkgeldverbot anders gelaufen.“ Man müsse das Trinkgeld aber aus Gründen der Gleichbehandlung mit den anderen Stadtbediensteten weiterhin verbieten, auch wenn er Verständnis für die Müllmänner habe.

Auch Sachgutscheine dürfen die Müllmänner weiterhin nicht annehmen. Am 1. Dezember ließ Vizekommunalreferent Axel Markwardt (SPD) den CSU-Fraktionsvize Hans Podiuk abblitzen, der den Müllmännern die Anahme von Gutscheinen erlauben lassen wollte. Gutscheine seien eine Bargeld-ähnliche Leistung, so Markwardt, die nicht angenommen werden dürfe, „da die Annahme von Gutscheinen allen Mitarbeitern der Landeshauptstadt untersagt ist.“ Was nicht ganz stimmt: Wiesnbeschicker dürfen städtische Mitarbeiter dank einer Ausnahmeregelung mit Gutscheinen im Wert von je 15 Euro beschenken…

Johannes Welte

Rubriklistenbild: © dpa

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