Bub wurde von Baum erschlagen

Tragödie im Schnee-Chaos: So hat sich Aying vom verunglückten Simon (†9) verabschiedet

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Zahlreiche Kränze wurden an Simons Grab abgelegt. Rund 600 Trauergäste waren zu der Beerdigung gekommen.

Er war eines der Todesopfer des Chaos-Winters in Bayern: Der neunjährige Simon. In Aying nahm die Gemeinde Abschied von dem Jungen.

Aying – In den Gesichtern der vielen Kinder ist zu sehen, dass sie es nicht verstehen. Dass ihr Freund, der kleine Simon, nie wieder so lachen wird wie auf dem Foto, das in der Kirche aufgestellt ist. Am Dienstag hat sich Aying (Kreis München) von dem Neunjährigen verabschiedet. Ein schnee-beladener Baum hatte den Buben am Donnerstag erschlagen – nun wurde Simon auf dem Friedhof der Kirche St. Emmeram in Kleinhelfendorf beerdigt.

Die Trauerfeier: ein Sinnbild christlicher Nächstenliebe und echten Zusammenhalts. Rund 600 Trauergäste waren gekommen – so viele, dass gar nicht alle in die kleine Kirche passten. Etwa 60 Menschen mussten draußen bleiben. Der Andrang war so groß, dass die Feuerwehr den Verkehr regelte. Simon war tief daheim im Leben seiner Gemeinde. Er war aktiv im Trachtenverein, bei den Ministranten – und er war der Sonnenschein seiner Familie.

Ein Schmetterling als Symbol

Viele der Trauergäste konnten die Tränen nicht zurückhalten, als Simons Cousine im Gottesdienst eine Anekdote vom vergangenen Sonntag erzählte: „Wir saßen bei Simons Oma zusammen, da kam ein wunderschöner Schmetterling angeflattert. Es war der Schmetterling, den Simon davor aufgenommen hatte, damit er überwintert. Er ist auf einen Teller geflogen – und bis heute ist der Schmetterling noch da. Wir sind uns alle sicher, dass das der Simon ist.“

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Ein Schmetterling war deshalb auch das bleibende Zeichen des Tages: Die Trauergäste durften sich selbst gebastelte Schmetterlinge mit nach Hause nehmen. Zuvor hatte Pfarrer Friedrich Oberkofler in der Predigt an Simon erinnert: „Wir haben ihn als lebhaften Jungen erlebt, zugleich aber immer sensibel für die anderen. Er liebte die Tiere. Er war er selber. Er war ausgestattet mit einer heiteren, unverdorbenen Seele und damit uns allen ein großes Beispiel.“

Zwei Buben aus Simons Klasse sagten: „Es hat Spaß gemacht, mit dir in der Fußballpause in einem Team zu spielen. Danke, dass du bei uns warst! Deine Klasse 4b.“ Was ihnen bleibt, ist liebevolle Erinnerung.

Nina Bautz

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