Die Schattenseite des Geburtenrekords

Baby-Boom in München: Engpass in den Kliniken

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Malte ist eines der jüngsten Münchner Kindl: Geboren am 18.8. um 4.17 Uhr im Klinikum Neuperlach. Mutter Sandy und Vater Stefan sind stolz.

München - Die Münchner erleben einen Babyboom, wie es ihn seit dem Pillenknick Mitte der 60er-Jahre nicht mehr gab. Doch das hat auch seine Schattenseiten.

Während bundesweit die Geburtenrate stetig sinkt, steuert die Landeshauptstadt zum achten Mal in Folge auf einen neuen Geburtenrekord zu. Doch das hat auch seine Schattenseiten: Auf den Stationen der Klinken werden allmählich die Betten knapp!

Bis gestern kamen an Münchens Kliniken über 14.000 Kinder auf die Welt, rund 500 mehr, als es im Vorjahreszeitraum waren. Dabei verzeichnete die Stadt mit 21.850 Geburten schon 2013 Jahr einen Rekord mit einem Geburtenplus von 5,7 Prozent. Darunter waren tatsächlich 15.951 Münchner Kindl, der Rest stammte von außerhalb.

Allein im städtischen Klinikum in Neuperlach hieß es bis gestern Mittag dieses Jahr schon 771 Mal: Schnuller-Alarm! „Das sind schon 200 mehr, als wir im gleichen Zeitraum im Vorjahr an Geburten verzeichneten“, berichtet Raphael Diecke, Sprecher der städtischen Kliniken, die auch Geburtsstationen in Schwabing und Harlaching unterhalten. Alleine in Neuperlach wäre ein Plus von rund 40 Prozent!

In Harlaching waren es bis heute 1250 Geburten, in Schwabing 1251 bis Juli. „Da wir drei Stationen haben, können wir bei Engpässen auf unsere anderen Kliniken ausweichen“, erklärt Diecke. Trotzdem treibt die Stadt einen Neubau der Kinderklinik voran, womit auch die Geburtskapazitäten ausgebaut werden. Insgesamt kamen voriges Jahr in den städtischen Kliniken übrigens 5341 Babys zur Welt.

Im Klinikum des 3. Ordens in Nymphenburg herrscht ebenfalls Hochbetrieb im Kreißsaal: Hier bringen im Schnitt pro Jahr 2300 Mamas Kinder auf die Welt. Die Geburtenstation der kirchlichen Klinik ist so renommiert, dass schon bis März 2015 alle Kapazitäten reserviert sind – so weit denken Münchens Papas und Mamas nach vorne!

Professor Karl-Theodor Mari Schneider vom Klinikum rechts der Isar schätzt den Baby-Zuwachs in diesem Jahr auf rund 100 Geburten, voriges Jahr kamen in der Klinik 1700 Buben und Maderl auf die Welt. „Es sind nicht nur Münchner Eltern, die ihre Kinder bei uns auf die Welt bringen wollen. Auch aus der Region kommen viel in unser Perinatal-zentrum, aber auch Frauen aus Russland oder dem Nahen Osten.“ Von neuen Rekorden sieht Professor Schneider seine Klinik noch weit entfernt: „Bis Mitte der 60er-Jahre hatten wir jährlich 2300 Geburten.“ Damals hatte das Rechts der Isar noch drei Kreißsäle, jetzt sind es vier.

Auch in den LMU-Kliniken in Großhadern und an der Maistraße herrscht Baby-Boom. 4400 Kinder kamen hier heuer schon zur Welt, voriges Jahr waren es in den beiden Häusern insgesamt 7380.

Johannes Welte

Das Neujahrs-Baby

Mihael ist das Neujahrsbaby.

Kindergeschrei statt Böllerlärm. Dieses Jahr hat Familie Pavic gerne auf das Feuerwerk verzichtet. Der süße Grund: Mihael. 3620 Gramm schwer, 52 Zentimeter groß, geboren am 1.1.2014 um 0.08 Uhr im Neuperlacher Klinikum. Mutter Edina (28) ist von der langen Geburt geschafft. Um sieben Uhr morgens ging es los, kurz nach Mitternacht wird Mihael dann per Kaiserschnitt geboren. München hat ein Neujahrsbaby! Die Eltern zeigen sich erleichtert. „Wir sind einfach glücklich, dass es ihm gut geht – und dass er gesund auf die Welt gekommen ist.“ Mihael ist das erste Kind der Pavics. Jetzt sind sie auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Dann wäre das Glück endgültig perfekt.

Das WM-Baby

Der kleine Michael Adrian ist ein waschechtes WM-Kind.

Während ganz München den Titel feiert, kommt am 14. Juli im Klinikum Großhadern der kleine Michael Adrian zur Welt – 40 Minuten nachdem uns Mario Götze in der 112. Spielminute ins Glück schoss. München freut sich über ein waschechtes WM-Kindl! „Meinem Mann Adrian wäre es natürlich lieber gewesen, wenn Michael früher zur Welt gekommen wäre. Aber er hat sich eben Zeit gelassen“, sagt die freudestrahlende Mutter. Doch die Elternfreuden machen das verpasste Jahrhundert-Finale wieder wett!

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