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Baby Nico totgeschüttelt - Mutter: „Ich war’s nicht“

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Erding - Nico hatte nichts vom Leben. Er starb fünf Wochen, nachdem er auf die Welt gekommen war an den Folgen eines Schütteltraumas.

Seit Mittwoch muss sich seine Mutter, die angehende Kinderpflegerin Anne M. (20, Namen geändert), vor der Jugendkammer des Landgerichts Landshut wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Zu Beginn des Prozesses widerrief sie ihr früheres Geständnis, den Säugling „ein Mal geschüttelt” zu haben. Auch Vater Thomas F. (19), der im Prozess lediglich als Zeuge gehört wurde, bestritt nachdrücklich eine Schuld am Tod seines Sohnes.

Die inzwischen 20-Jährige und erneut schwangere Mutter sagt jetzt: „Ich habe meinem Sohn nie etwas angetan.” Sie habe bei der Vernehmung unter Schock gestanden und sei unter Druck gesetzt worden.

Doch was ist passiert an jenem Septembertag im Jahr 2006 in der gemeinsamen Wohnung in Erding? Zusammen mit ihrem Mann habe sie Nico, der an diesem Tag auffällig „quengelig” gewesen sei, versorgt. „Plötzlich hat er so aggressiv wie noch nie geschrien und sich auch nicht beruhigen lassen”, so die 20-Jährige.

Ihr Ehemann habe den Buben dann gebadet: „Um ihn zu beruhigen, denn das hat er gern gehabt.” Plötzlich habe ihr Mann sie ins Bad gerufen: „Schnell, schnell, er schnauft nicht mehr.” Man habe sofort den Sanka gerufen, der Bub sei in die Münchner Klinik geflogen worden, wo er am nächsten Morgen gegen 7.15 Uhr gestorben sei.

„Ich habe einen Filmriss, ich glaube, dass ich Nico einmal geschüttelt habe”, hatte die damals 17-Jährige bei der Polizei eingeräumt. Nico sei aber, so zitierte Richter Theo Ziegler aus dem Gutachten des Gerichtsmediziners, „massiv und mindestens neun Mal” geschüttelt worden. Auch ihrem Mann traue sie so was nicht zu, erklärte sie auf Vorhalt von Vorsitzendem Richter Theo Ziegler, dass nur einer von ihnen den Buben geschüttelt haben könne.

In Frage käme aber, so die angehende Kinderpflegerin, auch noch ihre Mutter: „Als ich zuvor bei ihr gewesen war, habe ich zwei Stunden geschlafen. Was da passiert ist, weiß ich nicht.“ Danach jedenfalls war Nico komisch drauf, hat daheim nicht richtig getrunken und auch gebrochen.” Auch ihr Ehemann wies jeglichen Verdacht von sich, den Buben, als er beim Baden mit ihm allein gewesen sei, geschüttelt zu haben. „Es hat ihm in der Wanne gefallen. Dann hat er beim Abtrocknen plötzlich gejapst und schaumig aus der Nase geblutet. Ich habe ihm nichts getan.” Auch er traue allerdings seiner Schwiegermutter so was zu. Der Prozess wird fortgesetzt.

ötl.

Quelle: tz

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