Babyleiche am Landtag: Polizei startet Plakat-Aktion

München - Die Polizei hat noch immer keine heiße Spur, die zu der Mutter des Babys führen könnte, das am Dienstag vor zwei Wochen tot in einem blauen Plastiksack in einer Grünanlage nahe des Landtags gefunden worden war.

Ebenso unklar ist nach wie vor, wann das tote Mädchen dort abgelegt worden und unter welchen Umständen es gestorben war. Deshalb starteten die Ermittler am heutigen Mittwoch eine Plakataktion: Rund um den Fundort des Leichnams, am Isarufer entlang bis zum Europäischen Patentamt hängt die Polizei Poster mit einem Zeugenaufruf auf.

Den Zeugen-Aufruf

der Polizei im Wortlauf finden Sie hier.

Insbesondere hoffen die Ermittler, dass sich eine Person meldet, die die Plastiktüte mit dem Leichnam möglicherweise geöffnet hatte, bevor sie von dem Hund eines Spaziergängers gefunden worden war: „Wir haben den Eindruck, dass die Tüte ursprünglich verschlossen war“, sagte Kriminaloberrat Markus Kraus – zum Zeitpunkt des Auffindens sei die Tüte jedoch nicht mehr verschlossen gewesen. Möglicherweise habe sich derjenige, der die Tüte geöffnet haben könnte, erschreckt und sei davongelaufen ohne die Polizei zu verständigen. „Wir schließen aus, dass der Hund des Spaziergängers den Plastiksack aufgerissen hat“, erklärte Kraus.

Bilder vom Fundort

Totes Baby am Landtag entdeckt

Totes Baby am Landtag entdeckt
In der Grünanlage in der Nähe des Bayerischen Landtags ist ein totes Baby gefunden worden. Die Polizei war am Nachmittag mit einem Großaufgebot vor Ort. © dpa
Totes Baby am Landtag entdeckt
Ein Hund hatte beim Spaziergang mit seinem Herrchen Witterung aufgenommen und verschwand im Gebüsch. © dpa
Totes Baby am Landtag entdeckt
Als der 47-Jährige nach dem Rechten sah, entdeckte er das nackte, in eine weiße Plastiktüte eingewickelte Neugeborene. © dpa
Totes Baby am Landtag entdeckt
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, die Spurensicherung war wie die Mordkommission mehrere Stunden vor Ort. © dpa
Totes Baby am Landtag entdeckt
Um 17 Uhr wurde das tote Kind in einen Leichenwagen gelegt und weggefahren. Zum Sichtschutz legte der Beamte einen blauen Beutel über den weißen, in dem die Leiche lag. © Klaus Haag
Totes Baby am Landtag entdeckt
Von der Mutter fehlt bislang jede Spur. © dpa
Totes Baby am Landtag entdeckt
Die Polizei hat Anwohner befragt. © dpa
Totes Baby am Landtag entdeckt
Auch im nahegelegenen Klinikum Rechts der Isar ermittelten die Beamten. © dpa
Totes Baby am Landtag entdeckt
Doch dort ist keine hochschwangere Frau aufgefallen. © Klaus Haag
Totes Baby am Landtag entdeckt
Das tote Kind soll baldmöglichst obduziert werden. © Klaus Haag
Totes Baby am Landtag entdeckt
Dann wird auch geklärt, ob es sich bei dem Kind um einen Buben oder ein Mädchen handelt. © Klaus Haag
Totes Baby am Landtag entdeckt
Ob das Kind tot geboren wurde oder ob ein Tötungsdelikt vorliegt, ist noch nicht geklärt. © Klaus Haag
Totes Baby am Landtag entdeckt
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. © Jacob Mell
Am Tag nach dem Auffinden der Babyleiche zündet eine Passantin eine Kerze an. © Reinhard Kurzendörfer
Hinter diesem Baum war das tote Kind gefunden worden © Reinhard Kurzendörfer

Zudem hat die Kriminalpolizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft einen Brief verfasst und an alle Münchner Frauenärzte geschickt. Davon erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf Schwangerschaften. Laut Kraus könnten Mediziner im Fall eines Kapitalverbrechens von ihrer Schweigepflicht entbunden werden. Zehn Hinweisen aus der Bevölkerung ging die Polizei inzwischen nach – ohne brauchbares Ergebnis. Außerdem nahmen die Ermittler Speichelproben von Frauen im gebärfähigen Alter, die an der Aventinstraße in der Isarvorstadt leben. Zu der Straße, die rund 1,5 Kilometer vom Fundort entfernt ist, hatte ein Spürhund die Ermittler geführt. Die Speichelproben werden gerade mit der DNA des Babys abgeglichen – das Ergebnis steht noch aus. Allerdings wurden erst von rund der Hälfte der 101 dort gemeldeten Frauen Speichelproben genommen – die Polizei hat die restlichen noch nicht angetroffen.

Bislang habe auch die Obduktion des Mädchen durch das Institut für Rechtsmedizin an der Uni München keine brauchbaren Ergebnisse gebracht. „Wir hoffen aber, dass da noch etwas herauskommt“, sagte Kraus.

Bettina Stuhlweißenburg

Rubriklistenbild: © dpa

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