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Babyleiche am Landtag: Polizei startet Plakat-Aktion

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München - Die Polizei hat noch immer keine heiße Spur, die zu der Mutter des Babys führen könnte, das am Dienstag vor zwei Wochen tot in einem blauen Plastiksack in einer Grünanlage nahe des Landtags gefunden worden war.

Ebenso unklar ist nach wie vor, wann das tote Mädchen dort abgelegt worden und unter welchen Umständen es gestorben war. Deshalb starteten die Ermittler am heutigen Mittwoch eine Plakataktion: Rund um den Fundort des Leichnams, am Isarufer entlang bis zum Europäischen Patentamt hängt die Polizei Poster mit einem Zeugenaufruf auf.

Den Zeugen-Aufruf

der Polizei im Wortlauf finden Sie hier.

Insbesondere hoffen die Ermittler, dass sich eine Person meldet, die die Plastiktüte mit dem Leichnam möglicherweise geöffnet hatte, bevor sie von dem Hund eines Spaziergängers gefunden worden war: „Wir haben den Eindruck, dass die Tüte ursprünglich verschlossen war“, sagte Kriminaloberrat Markus Kraus – zum Zeitpunkt des Auffindens sei die Tüte jedoch nicht mehr verschlossen gewesen. Möglicherweise habe sich derjenige, der die Tüte geöffnet haben könnte, erschreckt und sei davongelaufen ohne die Polizei zu verständigen. „Wir schließen aus, dass der Hund des Spaziergängers den Plastiksack aufgerissen hat“, erklärte Kraus.

Bilder vom Fundort

Zudem hat die Kriminalpolizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft einen Brief verfasst und an alle Münchner Frauenärzte geschickt. Davon erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf Schwangerschaften. Laut Kraus könnten Mediziner im Fall eines Kapitalverbrechens von ihrer Schweigepflicht entbunden werden. Zehn Hinweisen aus der Bevölkerung ging die Polizei inzwischen nach – ohne brauchbares Ergebnis. Außerdem nahmen die Ermittler Speichelproben von Frauen im gebärfähigen Alter, die an der Aventinstraße in der Isarvorstadt leben. Zu der Straße, die rund 1,5 Kilometer vom Fundort entfernt ist, hatte ein Spürhund die Ermittler geführt. Die Speichelproben werden gerade mit der DNA des Babys abgeglichen – das Ergebnis steht noch aus. Allerdings wurden erst von rund der Hälfte der 101 dort gemeldeten Frauen Speichelproben genommen – die Polizei hat die restlichen noch nicht angetroffen.

Bislang habe auch die Obduktion des Mädchen durch das Institut für Rechtsmedizin an der Uni München keine brauchbaren Ergebnisse gebracht. „Wir hoffen aber, dass da noch etwas herauskommt“, sagte Kraus.

Bettina Stuhlweißenburg

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