Gericht verurteilt 25-Jährigen

Babysitter wird zum Kinderschänder: Jürgen B. muss in den Knast

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In Handschellen wurde Jürgen B. (re.) in das Amtsgericht geführt.

München - Er lernte seine Opfer im Kindergarten kennen und nutzte das Vertrauen der kleinen Mädchen schamlos aus: Am Donnerstag wurde ein 25 Jahre alter Kinderschänder vor dem Amtsgericht verurteilt.

Diese Worte werden sich in sein Gedächtnis einbrennen: „Was Sie da gemacht haben, hat unermessliches Leid gebracht. Ihre Taten sind durch nichts mehr wiedergutzumachen.“ So schimpfte Amtsrichterin Karin Jung am Donnerstag mit Jürgen B. (25) – und schickte den Kinderschänder für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Über ein Jahr hinweg hatte er seit Mai 2015 zwei kleine Mädchen in Berg am Laim sexuell missbraucht. Deren Eltern hatte er zuvor im Kindergarten kennengelernt – und nahm ihr Angebot zum Babysitten gerne an. Doch während die beiden Eltern-Paare von Julia und Ayla (Namen geändert) abends ausgingen, machte sich Jürgen B. an die damals sechs und sieben Jahre alten Mädchen heran.

Erst entkleidete er sie, dann überredete er sie zu Massagen. „Sie haben die Mädchen unter dem Vorwand berührt, Tierspiele zu spielen“, sagte Staatsanwalt Tobias Ulrich in der Anklage. Dazu soll Jürgen B. einen Vibrator verwendet und sich an den Mädchen gerieben haben. Von ihnen machte er auch Handyfotos.

Im Gerichtssaal am Donnerstag sitzen ihm beide Väter gegenüber und ringen um Fassung – im Prozess treten sie als Nebenkläger auf. Erst nach Monaten erfuhren sie von den widerlichen Machenschaften des Kinderschänders. Der Grund: Beide Mädchen hatten ihren Freundinnen von den acht Übergriffen erzählt, so drang der Missbrauch zu den Eltern durch. Danach stellte sich Jürgen B. der Polizei.

Täter: „Mir gefielen die Berührungen“

„Ja, es stimmt. Es tut mir schrecklich leid“, gestand B. schluchzend alle Tatvorwürfe ein. Er habe gerne auf die Mädchen aufgepasst. „Als sie nicht schlafen konnten, habe ich ihren Rücken gestreichelt.“ So fing alles an. Mehr will Jürgen B. nicht sagen. Aber seine Anwältin Annette von Stetten ermahnt ihn: „Jetzt sagen Sie es!“ Dann bricht es aus ihm heraus: „Es hat mich sexuell erregt. Mir gefielen die Berührungen. Es war auch die Neugier.“

Denn zu Frauen in seinem Alter hatte Jürgen B. kaum Kontakt. „Er tut sich schwer“, erklärt die Verteidigerin. Die beiden Mädchen kannte er dagegen bereits: Sie hatten Vertrauen zu ihm gefasst, während er im Kindergarten als Praktikant arbeitete. „Sie waren dabei, ausgebildet zu werden. Aber Sie haben die Mädchen mit schwerwiegenden Taten in Gefahr gebracht. Die Kinder hatten keine Chance sich zu wehren“, so der Staatsanwalt.

„Es wurde mit jedem Mal schlimmer“, sagte einer der Väter. Beide Mädchen leiden heute unter schlimmen Ängsten und müssen noch immer behandelt werden. Jürgen B. will nun eine Sexual-Therapie im Gefängnis machen.

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