Badewannen-Mord: Statt Urteil erneut Untersuchung

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Manfred G. bestreitet die Tat

München - Die Zweitauflage des Indizienprozesses um den sogenannten Badewannenmord an einer 87-jährigen Frau geht in diesem Jahr völlig überraschend nicht mehr zu Ende.

Am Mittwoch hat das Münchner Landgericht in der Verhandlung gegen den 51 Jahre alten Hausmeister Manfred G. wieder mit der Beweisaufnahme begonnen, obwohl die Plädoyers schon gehalten waren.

Die Verteidigung hatte im Plädoyer mit Beweisanträgen eine weitere Untersuchung des Falls angeregt. Aus dem weiteren Vorgehen lasse sich keine Schlussfolgerung auf die Entscheidung des Gerichts ableiten, warnte die Kammervorsitzende Verena Beckers. Im kommenden Monat sind nun acht weitere Sitzungstage bis 25. Januar 2012 vorgesehen.

Der Angeklagte wird beschuldigt, am 28. Oktober 2008 seine greise Nachbarin in ihrer Wohnung in Rottach-Egern auf den Hinterkopf geschlagen und sie in der Badewanne ertränkt zu haben. Als Motiv nahm die Staatsanwaltschaft ursprünglich eine Veruntreuung von Geld durch Manfred G. an, der sich um die alte Frau gekümmert hatte. Dies wurde im ersten Prozess 2010 widerlegt. Staatsanwaltschaft und Gericht gingen dann von einem ganz anderen Tatmotiv aus: Der 51-Jährige habe die 87-Jährige bei einem Streit geschlagen und sie in die Badewanne gelegt, um die Körperverletzung zu vertuschen. Der Hausmeister wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Bundesgerichtshof hat diese Entscheidung aufgehoben. Die Anwälte gehen davon aus, dass die alte Frau möglicherweise Wäsche einweichen wollte, in die Wanne gestürzt und ertrunken ist. Sie beantragten Freispruch, die Staatsanwaltschaft forderte erneut eine lebenslange Strafe.

tz

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