"Wir blasen euch den Marsch"

Am Montag: Gegendemo zur "Bagida"-Kundgebung

+

München - Am Montagabend ist nun doch Gegendemo zur Bagida-Veranstaltung am Goetheplatz angekündigt –die  Polizei ist mit 900 Beamten im Einsatz.

Es wird vielleicht doch wieder laut an diesem Montag. Zwar haben die Bündnisse „München ist bunt“ und „Bellevue di Monaco“ diesmal darauf verzichtet, eine Demo gegen den bayerischen Pegida-Ableger „Bagida“ zu organisieren. Unter dem Motto „Wir blasen euch den Marsch“ hat nun aber offenbar Stephan Dünnwald vom Bayerischen Flüchtlingsrat eine Gegendemo angemeldet. Heute um 18 Uhr soll am Goetheplatz eine musikalische Kundgebung beginnen, bei der auch bekannte Musiker auftreten.

Bei der Gegendemonstration sind Musiker aufgerufen ihre Instrumente mitzubringen.

Angekündigt sind beispielsweise die Münchner Philharmoniker und die Gerner Zipfeklatscher. Die Organisatoren rufen außerdem die Teilnehmer der Demo dazu auf, Instrumente mitzubringen und Bagida „den Marsch zu blasen“. „München ist bunt“ und „Bellevue di Monaco“ unterstützen die Gegendemo und haben selbst zur Teilnahme aufgerufen. Zu der Veranstaltung hatten auf Facebook am Sonntagabend rund 600 Menschen zugesagt. Die Bagida-Demo soll um 18.30 Uhr am Goetheplatz beginnen, nach einer Kundgebung dort wollen die Teilnehmer über die Lindwurmstraße zum Sendlinger Tor ziehen. Das Ende der Bagida-Veranstaltung ist für 19.40 Uhr angesetzt. Am Sonntagabend hatten auf Facebook rund 400 Menschen ihre Teilnahme zugesagt. Der zweite Pegida-Ableger Muegida will sich ab 18.30 Uhr am Professor-Huber-Platz treffen und zum Odeonsplatz ziehen. 100 bis 200 Teilnehmer werden erwartet.

Die Münchner Polizei wappnet sich wieder für einen Großeinsatz. Rund 900 Beamte werden unter der Leitung von Polizeivizepräsident Robert Kopp im Einsatz sein. Es wird wieder zu Straßensperrungen kommen. Die Polizei empfiehlt, Autos außerhalb der Demo-Routen zu parken. Busse werden zeitweise nicht fahren können.

Unterdessen scheint es unter den Bagida-Teilnehmern immer mehr Differenzen zu geben. Wie berichtet, hatten an den vergangenen zwei Montagen jeweils auch Neonazis, NPD-Funktionäre und Hooligans teilgenommen. Die stören sich aber zunehmend an den „Zionistenfreunden“ von Bagida, da einige Teilnehmer mit Israel-Flaggen marschiert waren. Es sei „unschön“, dass der „Zionistenfreund“ Michael Stürzenberger den Ton bei den Demos anzugeben scheine. Stürzenberger, Münchens bekanntester Islamhasser von der Kleinstpartei „Die Freiheit“, hatte sich bei der Demo am vergangenen Montag offiziell von Extremismus jeglicher Art distanziert. Kürzlich jedoch hatte Stürzenberger noch dem Neonazi und BIA-Stadtrat Karl Richter applaudiert.

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare